Staubige Sternexplosion

Explodierende Sterne erzeugen große Mengen an Staub.

Der staubige Rest einer Supernova: Cassiopeia A
Der staubige Rest einer Supernova: Cassiopeia A

Pasadena (USA) - Das zeigen neue Beobachtungen des Supernova-Überrests Cassiopeia A mit dem Infrarot-Weltraumteleskop Spitzer. Die Menge an Staub, die bei der Sternexplosion entstanden ist, entspricht etwa der 10.000fachen Masse der Erde, berichtet ein Forscherteam im Fachblatt "Astrophysical Journal".

"Mit dem Spitzer-Teleskop können wir Staub extrem gut nachweisen", erklärt Jeonghee Rho vom Spitzer Science Center der NASA, der die Beobachtungen geleitet hat. "Deshalb waren wir in der Lage, hoch aufgelöste Karten der Staubverteilung in der gesamten Struktur des Supernova-Überrests zu erstellen." Cassiopeia A ist etwa 11.000 Lichtjahre von der Erde entfernt, die Explosion des Sterns fand -- von der Erde aus gesehen -- vor etwa 300 Jahren statt.

Staub ist im Universum allgegenwärtig und spielt eine wichtige Rolle für viele Vorgänge: Staub hilft dabei, Gaswolken abzukühlen, damit sie sich zu neuen Sternen zusammenziehen können; Staub ist das Ausgangsmaterial für die Entstehung von erdähnlichen Planeten und damit letztlich auch von Leben. Wo aber stammt der ganze Staub her? Seit langen vermuten die Astronomen, dass Supernovae -- also explodierende Sterne -- eine entscheidende Rolle bei der Staub-Produktion spielen.

Diese Vermutung konnten Rho und seine Kollegen nun durch die Beobachtungen von Cassiopeia A bestätigen. Die Forscher fanden Silikate, Siliziumdioxid, Eisenoxid und viele andere Stoffe, aus denen Staub besteht, über die ganze Gaswolke des Supernova-Überrests verteilt. Die Verteilung des Staubs gleicht dabei im Wesentlichen der Verteilung des Gases. Für die Forscher ist dies ein wichtiger Hinweis darauf, dass der Staub tatsächlich in dem bei der Sternexplosion ausgestoßenen Material entstanden ist. "Der Staub bildet sich innerhalb von wenigen hundert Jahren nach der Explosion", so der ebenfalls an den Beobachtungen beteiligte Astronom Takashi Kozasa von der Hokkaido Universität in Japan, "er entsteht sofort, wenn sich das Gas ausreichend abgekühlt hat."