Saturnmond Hyperion: Schwamm im All

Der Saturnmond Hyperion sieht aus wie ein gigantischer Schwamm -- ein Eindruck, der durch eine Vielzahl kleiner, gut erhaltener Krater mit Größen zwischen zwei und zehn Kilometern verursacht wird.

Ithaca (USA) - Wie amerikanische Forscher jetzt im Fachblatt "Nature" schreiben, könnte eine hohe Porosität des Himmelskörpers für sein ungewöhnliches Aussehen verantwortlich sein.

"Das schwammartige Aussehen zeigt keinerlei Ähnlichkeit mit anderen, bislang aufgenommen Himmelsobjekten, und es war von früheren Bildern mit geringerer Auflösung her auch nicht zu erwarten", schreiben die Wissenschaftler um Peter C. Thomas von der Cornell University in Ithaca im US-Bundesstaat New York. Die Untersuchung der Forscher basiert im Wesentlichen auf Daten der amerikanischen Raumsonde Cassini, die am 25. September 2005 in einer Entfernung von nur 618 Kilometern an dem kleinen Saturnmond vorbei geflogen war.

Eine genaue Vermessung der Flugbahn der Sonde erlaubte es den Wissenschaftlern, die Masse und damit auch die Dichte des Saturnmondes zu bestimmen. Mit 544 Kilogramm pro Kubikmeter ist die Dichte nur etwa halb so groß wie die von Wasser. Da Hyperion hauptsächlich aus Eis besteht bedeutet dies, dass er extrem porös und zu 42 Prozent aus Hohlräumen bestehen muss. "Beimischungen von Komponenten höherer Dichte würden die Porosität noch weiter erhöhen", betonen die Forscher.

Die hohe Porosität könnte nach Ansicht von Thomas und seinen Kollegen eine wichtige Rolle für das erstaunliche Aussehen des kleinen Mondes spielen. Denn eine wichtige Rolle bei der Erosion von Kratern spielt die Verschüttung unter von späteren Einschlägen ausgeworfenem Material. Bei Einschlägen in poröses Material wird aber erheblich weniger Materie herausgeschleudert als sonst. "Porositäten über 40 Prozent reduzieren den Auswurf auf weniger als ein Viertel", so Thomas und seine Kollegen.