Rekord-Supernova in ferner Galaxie

Eine Sternexplosion der Superlative meldet ein amerikanisches Forscherteam. Die Supernova ist nicht nur die bislang hellste, es handelt sich vermutlich auch um den größten Stern, dessen Explosion jemals beobachtet wurde.

Berkeley (USA) - Das Astronomenteam berichtet demnächst im Fachblatt "Astrophysical Journal" über ihre bereits September vergangenen Jahres gemachten Beobachtungen.

"Die Explosion war monströs, hundert Mal energiereicher als eine gewöhnliche Supernova", so Nathan Smith von der University of California in Berkeley, der Leiter der Forschergruppe. "Das bedeutet, dass der Stern so massereich war, wie ein Stern überhaupt nur werden kann -- etwa 150 Mal massereicher als unsere Sonne. So etwas haben wir niemals zuvor gesehen."

Die Astronomen glauben, dass viele der allerersten Sterne im Universum extrem massereich waren. Die am 16. September 2006 beobachtete Supernova SN 2006gy in der 240 Millionen Lichtjahre entfernten Galaxie NGC 1260 bietet den Wissenschaftlern die seltene Gelegenheit, eine Blick darauf zu werfen, wie diese ersten Sterne ihr Leben beendet haben.

Gewöhnlich kommt es zu einer Supernova-Explosion, wenn die massereichen Sterne ihren Vorrat an nuklearem Brennstoff aufgebraucht haben und unter ihrem eigenen Gewicht kollabieren. Während die Außenschalen des Sterns ins All abgestoßen werden, kollabiert dabei das Sterneninnere zu einem Schwarzen Loch. Bei der Supernova 2006gy scheint jedoch ein völlig anderer Prozess abgelaufen zu sein. Smith und seine Kollegen vermuten, dass im Kern des Sterns enorm viel Gammastrahlung entstanden ist. Ein Teil der hochenergetischen Strahlung hat sich dann in Elektron-Positron-Paare verwandelt. Dadurch verringerte sich schlagartig der Strahlungsdruck im Inneren des Sterns und es kam zu einem Kollaps. Nukleare Kettenreaktionen im kollabierenden Stern führten dann schließlich zur Explosion. "Für das frühe Universum besteht zwischen beiden Vorgängen ein gewaltiger Unterscheid", so Smith. "Bei normalen Supernovae verschwindet der größte Teil der Materie im Schwarzen Loch, bei einer Explosion wie im Fall von SN 2006gy wird die umgebende Galaxie dagegen mit großen Mengen an schweren Elementen angereichert." Elementen also, die für die Entstehung von Planeten und Leben von Bedeutung sind.