Rekord: Stern mit fünf Planeten

Die Entdeckung eines fünften Planeten in einer Umlaufbahn um den Stern 55 Cancri im Sternbild Krebs gaben Forscher auf einer Pressekonferenz der NASA bekannt.

Stern 55 Cancri mit seinen fünf Planeten
Stern 55 Cancri mit seinen fünf Planeten

San Francisco (USA) - 55 Cancri ist damit der Stern mit den meisten nachgewiesenen Planeten außerhalb unseres eigenen Sonnensystems. Der neu entdeckte Planet besitzt die 45-fache Masse der Erde und umkreist den Stern alle 260 Tage. Die Wissenschaftler berichten demnächst im Fachblatt "Astrophysical Journal" über ihre Beobachtungen.

"Dieses System besitzt ähnlich wie unser eigenes einen dominierenden Gasplaneten in einer jupiterähnlichen Bahn", erklärt Debra Fischer von der San Francisco State University, eine an der Entdeckung beteiligte Astronomin. "Und wie in unserem System haben die meisten Planeten von 55 Cancri nahezu kreisförmige Umlaufbahnen." Zudem ähnelt der 41 Lichtjahre entfernte Stern der Sonne: er hat fast dieselbe Masse und dasselbe Alter wie unser Zentralgestirn, besitzt aber eine etwas geringere Leuchtkraft.

Bei einem mittleren Abstand von 116 Millionen Kilometern dürfte der neu entdeckte Planet sich noch innerhalb der lebensfreundlichen Zone befinden, in der die Temperaturen die Existenz von flüssigem Wasser erlauben. Der Planet selbst dürfte zwar dem Saturn ähneln und damit lebensfeindlich sein. "Aber die Gasriesen in unserem Sonnensystem haben alle große Monde", so Fischer, "und wenn dieser neue Planet ebenfalls einen Mond besitzt, dann könnte es auf diesem Trabanten Seen oder Meere aus Wasser geben."

Wirklich gesehen haben Fischer und ihre Kollegen bislang freilich keinen der Planeten von 55 Cancri. Die Planeten lassen sich nur indirekt nachweisen, da sie von der Erde aus gesehen zu nahe bei ihrem Stern stehen und im Verhältnis zu dem Stern zu leuchtschwach sind. Wie nahezu alle bislang bekannten Planeten bei anderen Sternen haben Fischer und ihre Kollegen auch den neuen Begleiter von 55 Cancri mit der so genannten Doppler-Methode aufgespürt. Dabei verrät sich der Planet, weil er den Stern mit seiner Anziehungskraft in eine periodische Torkelbewegung versetzt. Diese Bewegung können die Astronomen dann im Sternenlicht nachweisen.