Planetenentstehung in den Plejaden

Um den jungen Stern HD 23514 in den Plejaden herum entstehen offenbar erdähnliche, felsige Planeten. Beobachtungen amerikanischer Astronomen zeigen große Mengen von Staub um den Stern, nach Ansicht der Forscher eine Folge von gewaltigen Kollisionen zwischen Planeten-Embryos.

Kollision von Planeten-Embryos
Kollision von Planeten-Embryos

Pasadena (USA) - Es ist bislang erst der zweite Stern, bei denen die Astronomen einen Einblick in diese Phase der Planetenentstehung erhalten. Das Team berichtet demnächst im Fachblatt "Astrophysical Journal" über seine Beobachtungen.

"Im Verlauf der Entstehung von felsigen, erdähnlichen Planeten kommt es immer wieder zu Zusammenstößen von Planeten-Embryos", erläutert Inseok Song vom Spitzer Science Center der Nasa im kalifornischen Pasadena, einer der beteiligten Astronomen. "Aus einem Teil dieser Objekte wachsen Planeten heran, andere werden bei den Kollisionen zu Staub zerrieben. Diesen Staub sehen wir."

Die Entdeckung von Staub bei sehr jungen Sternen -- zehn Millionen Jahre oder jünger -- ist nichts Ungewöhnliches. Denn in dieser ersten Stufe der Planetenentstehung ist der Stern von einer rotierenden Gas- und Staubscheibe umgeben, in der sich langsam Verdichtungen bilden. Doch HD 23514 ist bereits 100 Millionen Jahre alt und befindet sich damit bereits in der zweiten Phase der Planetenentstehung. "Es kann sich bei dem Staub um diesen Stern deshalb nicht mehr um das ursprüngliche Material der Staubscheibe handeln", so Song, "vielmehr muss es Staub der zweiten Generation sein, entstanden durch die Kollision von größeren Objekten."

Die Plejaden, das "Siebengestirn" im Sternbild Stier, sind ein junger Sternhaufen aus rund 1400 Sternen in 400 Lichtjahren Entfernung. Mit bloßem Auge lassen sich -- je nach Beobachtungsbedingungen -- zwischen sechs und neun der helleren Sterne der Plejaden erkennen.