Planeten verschmutzen ihre Sterne

Alte Riesensterne mit Planeten zeigen im Gegensatz zu normalen Sternen mit Planeten keine höhere Häufigkeit an schweren Elementen. Das ergeben Beobachtungen eines internationalen Forscherteams der Europäischen Südsternwarte ESO in Chile. Die Astronomen vermuten, dass die Sterne in ihrer Frühzeit durch Planetentrümmer "verschmutzt" werden.

Garching - Wenn sie sich dann am Ende ihres Lebens zu einem Riesenstern aufblähen, sinken die schweren Elemente in das Sterninnere und sind deshalb nicht länger sichtbar. Das Team berichtet demnächst im Fachblatt "Astronomy and Astrophysics" über seine Beobachtungen.

"Wir haben herausgefunden, dass entwickelte Sterne nicht mit schweren Elementen angereichert sind, selbst wenn sie Planeten besitzen", erläutert Luca Pasquini von der ESO. "Die Anomalien, die wir bei Sternen mit Planeten sehen, scheinen also zu verschwinden, wenn diese Sterne älter werden und sich aufblähen."

Knapp 250 Planeten bei anderen Sternen haben die Astronomen inzwischen aufgespürt. Wie sich zeigte, besitzen Sterne mit Planeten im Durchschnitt doppelt so viel schwere Elemente wie Sterne, die keine Planeten beherbergen. Das stellte die Forscher bislang vor das klassische Henne-Ei-Problem: Ist der hohe Gehalt an schweren Elementen die Ursache für die Entstehung von Planeten bei den Sternen -- oder sind die Planeten die Ursache für die Anreicherung der Sterne mit schweren Elementen?

Im Prinzip ließen sich die beiden Möglichkeiten durch einen Blick in das Sterninnere unterscheiden. Denn im ersten Fall müsste der Stern auch in seinem Inneren mehr schwere Elemente enthalten, im zweiten Fall sollten sich die schweren Elemente hauptsächlich in den Oberflächenschichten des Sterns befinden. Doch die Astronomen können nur die Oberfläche der Sterne untersuchen. Pasquini und seine Kollegen warfen deshalb einen Blick auf alternde Sterne mit Planeten. Denn wenn sich die Sterne zu roten Riesen aufblähen, kommt es zu einer Durchmischung der Materie an der Oberfläche und weiter im Inneren des Sterns. Dass alte Sterne keine Überhäufigkeit an schweren Elementen mehr zeigen, ist deshalb nach Ansicht der Forscher ein eindeutiges Indiz dafür, dass erst die Planeten die Sterne verschmutzen.