Nachwuchspreis der Leibniz-Gemeinschaft geht an Potsdamer Astrophysikerin

Lise Bech Christensen erhielt den Preis für ihre Arbeit zur spektroskopischen Identifikation gasreicher Galaxien am Astrophysikalischen Institut Potsdam (AIP).

Lise Bech Christensen
Lise Bech Christensen

Göttingen/Potsdam - Ziel der Arbeit war die Untersuchung ausgewählter Quasare (das sind extrem leuchtkräftige Kerne weit entfernter Galaxien), deren Licht auf dem Weg zum Beobachter durch Objekte in der Sichtlinie bei bestimmten Wellenlängen absorbiert wird. Aus der Untersuchung dieser Absorptionslinien lässt sich auf die Existenz von gasreichen Galaxien in der Sichtlinie zu diesen Quasaren schließen. Solche Galaxien werden als "Damped Lyman-Alpha Absorber (DLA)" bezeichnet. Der Nachweis von DLA-Galaxien mit konventionellen Methoden hatte sich bisher als außerordentlich schwierig und mühsam herausgestellt.

Die Anzahl identifizierter DLA-Galaxien wurde durch das Projekt von Bech Christensen mehr als verdreifacht. Erstmals konnten statistisch signifikante Trends ausgemacht werden, zum Beispiel die Aufdeckung eines Zusammenhangs zwischen dem Gasgehalt der DLA-Galaxie und dem Winkel der Galaxie zur Sichtlinie. Aus solchen Informationen konnte sie dann die räumliche Verteilung des Gases in DLA-Galaxien rekonstruieren.

Mit dem Nachwuchspreis der Lebniz-Gemeinschaft in der Kategorie Natur- und Technikwissenschaften wird jährlich eine herausragende Doktorarbeit aus Mitgliedsinstituten der Leibniz-Gemeinschaft ausgezeichnet. Die Preisverleihung fand am 22.10.2007 in einem Festakt anlässlich der Jahrestagung der Leibniz-Gemeinschaft in Göttingen statt.