Kometensonde Rosetta beim Mars

In der Nacht von Samstag auf Sonntag kommt es beim Mars zu einem spannenden Raumflugmanöver: Die europäische Kometensonde Rosetta lässt sich vom Schwerefeld des Planeten abbremsen und so auf einen zunächst ins innere Sonnensystem führende Bahn lenken.

Rosetta beim Mars
Rosetta beim Mars

Berlin - Bei diesem Manöver fliegt Rosetta in nur 250 Kilometern Höhe über die Oberfläche des roten Planeten hinweg. Die Raumsonde befindet sich auf einer insgesamt sieben Milliarden Kilometer langen Reise zum Kometen Churyumov-Gerasimenko, den sie im Mai 2014 erreichen soll.

Während des Vorbeiflugs am Mars wird Rosetta mehrere Stunden lang Messungen mit unterschiedlichen Instrumenten durchführen. Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) sind an der Planung, dem Empfang und der Auswertung der Daten beteiligt. Gleichzeitig zu Rosetta wird die vom DLR betriebene hochauflösende Kamera HRSC auf der Sonde Mars Express, 11.000 Kilometer von Rosetta entfernt, spezielle und fast synchrone Aufnahmen des Planetenhorizonts machen.

"Diese koordiniert aufgenommenen Bilddaten bilden eine ideale wissenschaftliche Ergänzung zu den von Rosetta durchgeführten Experimenten", erklärt Ekkehard Kührt vom DLR-Institut für Planetenforschung, Projektleiter für die Instrumente des DLR an Bord von Rosetta. "Den Wissenschaftlern bietet sich dadurch eine ganz außergewöhnliche und seltene Gelegenheit in der Marsforschung."

Während ihrer zehnjährigen Reise zu Churyumov-Gerasimenko muss Rosetta mehrere Vorbeiflüge an Planeten bewältigen. Bei diesen so genannten Swing-bys wird das Schwerefeld des Planeten von der im Vergleich winzigen Sonde "angezapft" und so letztlich Bewegungsenergie zwischen Planet und Raumschiff ausgetauscht. Dadurch wird viel Treibstoff eingespart. Insgesamt sind für Rosetta Geschwindigkeitsänderungen von 67.000 km/h vorgesehen, zumeist Beschleunigungen, aber wie im Falle des Marsvorbeiflugs auch ein Abbremsen der Sonde relativ zur Sonne. Zum nächsten Swing-by-Manöver kommt es dann am 13. November - am Heimatplaneten von Rosetta, der Erde.