Kometensonde Rosetta auf Erdkurs

Am Dienstag, dem 13.11.2007, fliegt die Kometensonde Rosetta mit einer Geschwindigkeit von 45.000 Kilometern pro Stunde an der Erde vorbei.

Rosetta nahe der Erde
Rosetta nahe der Erde

Paris (Frankreich) - Genau um 21 Uhr 57 MEZ überfliegt Rosetta in 5301 Kilometern Höhe den Pazifischen Ozean südwestlich von Chile. Es ist bereits das dritte so genannte Swingby-Manöver der im März 2004 gestarteten Sonde: Am 4. März 2005 passierte sie erstmals die Erde, am 25. Februar dieses Jahres den Mars. Am 19. November 2009 fliegt Rosetta dann ein drittes und letztes Mal an der Erde vorbei, um Schwung für den Weiterflug zum Kometen Churyumov-Gerasimenko zu erhalten, den die Sonde im Jahr 2014 erreichen soll.

Solche Swingby-Manöver dienen dazu, Treibstoff zu sparen. Denn beim Durchqueren des Gravitationsfelds eines Planeten ändert eine Sonde nicht nur ihre Flugrichtung, sondern sie kann auch Energie aufnehmen, also schneller werden. Diese Energie entzieht die Sonde bei ihrem Manöver der Bahnenergie des Planeten, da die Gesamtenergie bei dem Vorgang erhalten bleiben muss. Da aber der Planet im Vergleich zur Sonde eine sehr viel größere Masse besitzt, ist die tatsächliche Änderung der Bahnbewegung des Planeten verschwindend gering, während sie bei der Sonde ganz erheblich sein kann.

Während des Vorbeiflugs an der Erde wollen die Wissenschaftler eine Reihe von Instrumenten an Bord der Sonde anschalten und testen. Die Kameras der Sonde sollen unter anderem Bilder von Asien, Afrika und Europa, sowie dem Mond liefern. Außerdem soll Rosetta auch Daten über die Atmosphäre und das Magnetfeld der Erde liefern.

2014 erreicht Rosetta dann ihr Reiseziel und schwenkt -- ein Novum in der Geschichte der Raumfahrt -- in eine Umlaufbahn um den Kometenkern ein. Neben Messungen aus der Umlaufbahn soll die Sonde auch das kleine Landegerät Philae auf dem Kern des Schweifsterns absetzen. Der rund 100 Kilogramm schwere Lander soll die Beschaffenheit des Kometenkerns analysieren. Da Kometen Überbleibsel aus der Geburtszeit unseres Sonnensystems sind, erhoffen die Forscher sich neue Erkenntnisse über die Entstehung des Planetensystems vor rund 4,6 Milliarden Jahren.