Johann-Wempe-Preis an spanischen Astronomen

Ignasi Ribas erhält Johann-Wempe-Preis des Astrophysikalischen Institut Potsdam (AIP).

Ignasi Ribas
Ignasi Ribas

Potsdam - Ignasi Ribas vom Institut für Spezielle Studien von Katalonien, Spanien, erhält den Preis für seine hervorragenden Arbeiten auf dem Gebiet der M-Zwergdoppelsterne und seinen Studien zur Bewohnbarkeit von Exoplanten.

Exoplaneten sind Planeten, die um andere Sterne als die Sonne kreisen. Bisher wurden vor allem Gasriesen - ähnlich dem Jupiter in unserem Sonnensystem - entdeckt, auf denen kein uns bekanntes Leben zu erwarten ist. Speziell um Sterne vom G oder M-Typ ist es denkbar, dass Planeten mit bewohnbarer Oberfläche existieren können. Die Sonne ist ein Stern vom Spektraltyp G. M-Sterne, sind noch kleiner und kälter als unsere Sonne.

Ribas zentrales Anliegen ist die Erforschung des Innenlebens der Sterne. Er untersucht den Energietransport durch Konvektion im inneren der Sterne und die Rotation von Sternen sowie den Einfluss von Magnetfeldern. Mit Hilfe von detaillierten Beobachtungen von M-Zwergsternen in Bedeckungsveränderlichen zieht er Rückschlüsse auf den inneren Aufbau bei Doppelsternen.

Artie P. Hatzes, Direktor der Landessternwarte Thüringen, wird zur Wempe-Preisverleihung am 9. November 2007 einen Festvortrag zu Ribas Forschungsgebiet halten: "Zum gegenwärtigen Stand der Forschung bei der Exoplanetensuche".

Der Preis wird aus Mitteln finanziert, die der letzte Direktor des ehemaligen Astrophysikalischen Observatoriums Potsdam, Johann Wempe (1906-1980), hinterlassen hat. Er umfasst eine Einladung zu einem mehrmonatigen Gastaufenthalt ans AIP mit einer angemessenen finanziellen Ausstattung. Er kann sowohl an jüngere Wissenschaftler, die bereits mit bemerkenswerten Leistungen hervorgetreten sind, als auch an erfahrene Wissenschaftler in Würdigung ihres Lebenswerkes verliehen werden. Bisherige Preisträger waren Tom Abel von der Stanford University, Russel D. Cannon vom Anglo-Australian Observatory Sydney, Isabelle Baraffe und Gilles Chabrier von der Ecole Normale Supérior de Lyon, Alexander G. Kosovichev von der Stanford University und Eva Grebel vom Astronomischen Institut der Universität Basel.