Heißes Gas im Orionnebel

Ein Teil des Orionnebels ist von über eine Million Grad heißem Gas angefüllt. Das zeigen Röntgenbeobachtungen eines internationalen Forscherteams mit dem Satelliten XMM-Newton.

Orionnebel
Orionnebel

Villigen (Schweiz) - Das Gas wird vermutlich durch Schockwellen aufgeheizt, die von einem jungen heißen Stern im so genannten Trapez des Orionnebels ausgehen. Aus Sternentstehungsregionen herausströmendes heißes Gas könnte, so schreiben die Wissenschaftler in der Online-Ausgabe des Fachblatts "Science", eine bislang unterschätzte Rolle in der Entwicklung der Milchstraße spielen.

"Das von uns beobachtete Phänomen könnte in der Galaxis weit verbreitet sein", so Manuel Güdel vom Paul Scherrer Institut in der Schweiz, einer der an den Beobachtungen beteiligten Astronomen. Güdel und seine Kollegen vermuten, dass heiße Gasströme ähnlich wie im Orionnebel auch in anderen Sternentstehungsregionen auftreten. Der Orionnebel ist eine der bekanntesten Sternenstehungsregionen unserer Milchstraße und bereits mit bloßem Auge im "Schwert" des Sternbilds Orion zu erkennen. Im Zentrum der Gaswolke stehen vier extrem helle und massereiche Sterne, das "Trapez".

Die Forscher vermuten, dass von einem dieser Sterne Gas abströmt, auf das interstellare Medium stößt und dort Schockwellen auslöst, die dann das Gas zwischen den Sternen aufheizen. Die Messungen von Güdel und seinen Kollegen zeigen eine etwa zehn Lichtjahre große Region, in der das Gas eine Temperatur von 1,7 bis 2,1 Millionen Grad besitzt. Bei derart hohen Temperaturen sendet das Gas Röntgenstrahlung aus, die sich mit den Detektoren von XMM-Newton nachweisen lässt.