Heiße Sterne: Gefahr für Planeten

Junge, heiße Sterne können die Entstehung von Planeten in ihrer Umgebung verhindern. Ein Team amerikanischer Astronomen hat nun vermessen, wie groß die Gefahrenzone um die heißen Sterne ist: etwa 1,4 Lichtjahre.

Tucson (USA) - Zum Vergleich: Der nächste Stern -- Proxima Centauri -- ist 4,2 Lichtjahre von uns entfernt. Die Forscher berichten im Fachblatt "Astrophysical Journal" über ihre Beobachtungen.

"Sterne sind immer in Bewegung", erläutert Zoltan Balog von der University of Arizona, einer der beteiligten Wissenschaftler. "Wenn ein Stern in die Gefahrenzone hinein wandert und dort zulange verweilt, dann werden bei ihm wahrscheinlich niemals Planeten entstehen." Planeten bilden sich in einer flachen Scheibe aus Gas und Staub um junge Sterne. Der Prozess dauert mehrere Millionen Jahre, in deren Verlauf aus den ersten winzigen Staubkörnern immer größere Himmelskörper entstehen. Doch die extreme Strahlung besonders heißer Sterne -- so genannter O-Sterne -- lässt den Staub verdampfen und bläst das Gas fort.

Balog und seine Kollegen haben die 5200 Lichtjahre entfernte Sternenstehungsregion im Rosetten-Nebel im Sternbild Einhorn mit dem Weltraumteleskop Spitzer untersucht, um die Größe der Gefahrenzone zu bestimmen. Bei etwa eintausend Sternen hielten sie mit den Infrarot-Detektoren des Teleskops Ausschau nach Gas- und Staubscheiben. Es zeigte sich, dass jenseits eines Abstands von 1,4 Lichtjahren von den heißen O-Sternen 45 Prozent der kühleren Sterne solche Scheiben besitzen. Unterhalb dieses Limits fällt die Anzahl sofort auf 27 Prozent. Und je näher man den heißen Sterne kommt, desto weniger Scheiben gibt es.

Vermutlich ist unsere Sonne in einer Region entstanden, die dem Rosetten-Nebel ähnelt und in der es ebenfalls viele heiße O-Sterne gab. Offenbar hatte die Sonne aber Glück und hat nie die Gefahrenzone eines heißen Sterns durchquert -- denn sonst würde es die Erde und uns nicht geben.