Gigantischer Materiestrahl im All

Einen 1,5 Millionen Lichtjahre langen Materiestrahl haben Astronomen aus Indien und Deutschland entdeckt. Der Strahl geht von einem supermassiven Schwarzen Loch in einer 600 Millionen Lichtjahre entfernten Galaxie aus und stellt einen neuen Längenrekord auf.

Materiestrahl einer Galaxie
Materiestrahl einer Galaxie

Puna (Indien)/Bonn - Vermutlich bündeln extrem starke Magnetfelder den Strahl, schreiben die Forscher im Fachblatt "Astrophysical Journal Letters".

Die meisten Galaxien enthalten in ihren Zentren große Schwarze Löcher. Das Schwarze Loch im Kern der elliptischen Galaxie CGCG 049-033 ist jedoch ein besonderes Monstrum: Es besitzt mehr als die milliardenfache Masse unserer Sonne. Solche Schwerkraftmonster saugen Materie aus ihrer Umgebung auf und erzeugen dabei Unmengen an Energie. Doch nicht alle Materie verschwindet im Schlund der Schwarzen Löcher: Ein Teil davon wird durch Magnetfelder entlang der Rotationsachse der Schwarzen Löcher in eng gebündelten Strahlen, von den Astronomen "Jets" genannt, weit ins All hinaus geschleudert.

Dass solche Jets mehrere hunderttausend Lichtjahre lang sind, ist nicht ungewöhnlich. Doch mit einer Länge von knapp 1,5 Millionen Lichtjahren stellt der Materiestrahl von CGCG 049-033 einen neuen Rekord auf. Die Radiostrahlung des Jets ist stark polarisiert. Das deutet nach Ansicht der Forscher um Joydeep Bagchi von der Universität Puna in Indien und Marita Krause vom Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn darauf hin, dass extrem starke und regelmäßige Magnetfelder für die ungewöhnliche Länge des Strahls verantwortlich sind.