Galaxienkollision: Das Schicksal des Sonnensystems

Was passiert mit unserem Sonnensystem, wenn die Milchstraße und die Andromeda-Galaxie zusammenstoßen?

Cambridge (USA) - Zwei amerikanische Forscher haben jetzt mithilfe von Computersimulationen das zukünftige Schicksal des Sonnensystems vorausberechnet. Demnach wird die Sonne mit ihren Planeten weit in die Außenbezirke des aus der Verschmelzung beider Galaxien entstehenden Sternsystems hinausgeschleudert. Die Forscher beschreiben ihre Berechnungen demnächst im Fachblatt "Monthly Notices of the Royal Astronomical Society".

"Derzeit leben wir gewissermaßen im Vorstadtbereich der Milchstraße", erläutert T. J. Cox vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics in Cambridge, "doch durch den kosmischen Zusammenstoß werden wir uns wahrscheinlich noch viel weiter nach außen bewegen." Gemeinsam mit seinem Kollegen Abraham Loeb hat Cox simuliert, wie die Kollision der Milchstraße mit der Andromeda-Galaxie abläuft.

Bereits in zwei Milliarden Jahren ziehen die beiden Sternsysteme ein erstes Mal nahe aneinander vorbei. Ein irdischer Beobachter könnte dann verfolgen, wie sich im Verlauf von Jahrmillionen das Band der Milchstraße am Himmel auflöst. Die starke Anziehungskraft der Andromeda-Galaxie reißt die Sterne aus der Scheibe der Milchstraße heraus und verteilt sie auf vergleichsweise ungeordnete Bahnen um.

Nach mehreren engen Begegnungen entwickelt sich in fünf Milliarden Jahren dann eine große elliptische Galaxie aus der Milchstraße und Andromeda. Zu dieser Zeit nähert sich die Sonne gerade dem Ende ihres Lebens und bläht sich zu einem roten Riesenstern auf. Nach den Berechnungen von Loeb und Cox zieht die Sonne ihre Bahn dann 100.000 Lichtjahre vom Zentrum der elliptischen Galaxie entfernt. Zum Vergleich: Heute kreist unser Sonnensystem in einem Abstand von 25.000 Lichtjahren um das Zentrum der Milchstraße.