Ferne Quasare sind gesellig

Quasare stehen nicht regellos verstreut im Kosmos, sondern bilden Ansammlungen, die sich im Bereich starker Konzentrationen der Dunklen Materie befinden.

Princeton (USA) - Das zeigt eine Karte von über 4000 leuchtkräftigen Quasaren, die im Rahmen einer groß angelegten Himmelsdurchmusterung von amerikanischen Astronomen erstellt wurde. Die Forscher berichten demnächst im Fachblatt "Astronomical Journal" über die Quasar-Anhäufungen.

"Frühere Karten haben bereits gezeigt, dass nahe Quasare genau wie gewöhnliche Galaxien Haufen bilden", erläutert Yue Shen von der Princeton University, der das Projekt leitet. "Doch die Konzentration der weit entfernten Quasare in den von uns entdeckten Anhäufungen ist zehnmal stärker." Quasare zählen zu den hellsten Objekten im Kosmos. Sie erzeugen ihre Energie durch den Einfall von Materie in supermassive Schwarze Löcher im Zentrum von Galaxien.

Leuchtkräftige Quasare, angetrieben von Schwarzen Löchern mit der milliardenfachen Masse der Sonne, sind seltene Objekte: Ihr mittlerer Abstand voneinander beträgt 200 Millionen Lichtjahre. Vor der Untersuchung von Shen und seinen Kollegen, dem "Sloan Digital Sky Survey II", waren lediglich einige hundert solcher Quasare mit Entfernungen oberhalb von elf Milliarden Lichtjahren bekannt. Erst mit der erheblich größeren Anzahl des SDSS II war es den Astronomen möglich, die starke Haufenbildung der Quasare nachzuweisen.

Die große Entfernung dieser Quasare bedeutet dabei zugleich, dass die Forscher bei ihren Beobachtungen weit in die Vergangenheit des Kosmos blicken. Denn das heute empfangene Licht der Quasare wurde bereits vor über elf Milliarden Jahren ausgesendet. Die Existenz der Quasare in dieser Frühzeit des Kosmos, nur ein bis zwei Milliarden Jahre nach dem Urknall, ist ein ungelöstes Rätsel der Kosmologie. Wie konnten die Schwarzen Löcher in so kurzer Zeit so viel Masse ansammeln? Mit Projekten wie dem SDSS II hoffen die Astronomen, eine Antwort auf diese Frage zu finden. Die Anhäufung der Quasare zeigen, dass offenbar die Dunkle Materie eine wichtige Rolle dabei spielt.