Explosion im kosmischen Leerraum

Astronomen sind jetzt auf einen Gammaausbruch gestoßen, der fernab von jeder Galaxie stattgefunden hat.

"Kaulquappen"-Galaxie
"Kaulquappen"-Galaxie

Pasadena (USA) - Wie kann dort ein massereicher Stern entstanden sein, fragen sich nun die Astronomen vom California Institute of Technology. Vielleicht, so spekulieren sie in einer demnächst im Fachblatt "Astrophysical Journal" erscheinenden Veröffentlichung, ist der Stern in Folge einer nahen Begegnung zwischen zwei Galaxien entstanden.

"Da haben wir einen gewaltigen Strahlungsausbruch, und er ist ringsum von nichts als Dunkelheit umgeben", wundert sich Brad Cenko, einer der beteiligten Wissenschaftler. "Die nächste Galaxie ist 88.000 Lichtjahre von der Explosion entfernt." Und sein Kollege Derek Fox von der Pennsylvania State University ergänzt: "Große Sterne leben schnell und sterben jung, sie haben nicht viel Zeit, sich vom Ort ihrer Geburt zu entfernen. Wenn dieser Stern also so weit weg von jeder Galaxie gestorben ist, dann muss er auch dort geboren worden sein."

Der fragliche Gammaausbruch war am 25. Januar 2007 von zahlreichen Spezialsatelliten registriert worden. Wie üblich machten sich die Astronomen mit mehreren großen Teleskopen auf die Suche nach der Galaxie, in der die Explosion stattgefunden hat -- zu ihrer Überraschung ohne Erfolg. Aus dem Nachglühen des Ausbruchs konnten die Forscher die Entfernung des Ereignisses auf etwa 9,4 Milliarden Lichtjahre bestimmen. "Das zehn Meter große Keck-Teleskop hätte selbst eine kleine Galaxie in dieser Entfernung gefunden", so Fox.

Der massereiche Stern muss also außerhalb einer Galaxie entstanden und vergangen sein. Cenko, Fox und ihre Kollegen schlagen vor, dass es vor Millionen von Jahren in der Region des Ausbruchs eine nahe Begegnung zwischen zwei Galaxien gegeben haben könnte. Dabei können sich Galaxien durch ihre Schwerkraft Gas entreißen -- und in einer solchen losgelösten Gaswolke könnte dann der Stern des Gammaausbruchs vom 25. Januar entstanden sein. Die Forscher wollen nun die Galaxien in der Umgebung des Ausbruchs auf Anzeichen früherer Begegnungen hin untersuchen.