Der Meteorstrom der Geminiden kommt

In den kommenden Nächten lohnt es sich, ein wenig länger aufzubleiben und den Blick nach Osten auf das Sternbild der Zwillinge zu richten. Von dort nämlich erwarten die Astronomen den Sternschnuppenschwarm der Geminiden, Trümmerstücke des kleinen Asteroiden "Phaethon", die in der Erdatmosphäre verglühen.

Hamburg - Die beste Beobachtungszeit liegt zwischen 21 Uhr abends und 6 Uhr morgens -- in dieser Zeit rechnen die Experten mit bis zu 120 Sternschnuppen pro Stunde.

In diesem Jahr ist eine besonders gute Show zu erwarten, da am 9. Dezember Neumond war, der Mond derzeit also nur als dünne Sichel am frühen Abendhimmel erscheint. Das bedeutet: Die Nächte sind dunkel und wir können besonders viele Sternschnuppen sehen. Den Höhepunkt des Meteorstroms erwarten die Astronomen am Freitagabend.

Die Ursprungspartikel der meisten Sternschnuppen sind nur wenige Millimeter groß. Dringen diese Partikel in die Erdatmosphäre ein, so leuchten sie als Sternschnuppe auf und verglühen. Zu Sternschnuppen-Strömen kommt es normalerweise, wenn die Erde die Bahn eines Kometen kreuzt. Die Kometen verlieren nämlich entlang ihrer Bahn ständig Materie - Gas, Staub und Partikel unterschiedlicher Größe.

Die Geminiden sind eine Ausnahme: Ihr nur fünf Kilometer großer Ursprungskörper scheint ein Asteroid zu sein, denn er bildet keinen Schweif aus und seine Bahn verläuft teilweise im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter. Möglicherweise ist Phaethon mit einem anderen Himmelskörper kollidiert und Trümmerstücke dieses Zusammenpralls haben sich entlang seiner Bahn verteilt. Eine andere Erklärungsmöglichkeit wäre, dass Phaethon tatsächlich ein "erloschener" Komet ist, der seine flüchtigen Bestandteile bereits vollständig verloren hat und deshalb keinen Schweif mehr ausbilden kann.