COROT entdeckt ersten Exoplaneten

Das neue französische Weltraumteleskop COROT hat seinen ersten Planeten bei einem anderen Stern entdeckt.

Paris (Frankreich) - Der "COROT-Exo-1b" getaufte Himmelskörper ist 1,78-mal größer als der Jupiter, besitzt dessen 1,3-fache Masse und umkreist seinen 1500 Lichtjahre von uns entfernten Zentralstern alle 1,5 Tage. COROT war am 27. Dezember vergangenen Jahres gestartet und dient speziell der Suche nach Exoplaneten. Die Astronomen hoffen, mit dem Satelliten künftig auch erdgroße Planeten aufzuspüren.

"Die Systeme an Bord des Satelliten arbeiten besser als erhofft", sagt COROT-Projektwissenschaftler Malcolm Fridlund von der europäischen Weltraumbehörde Esa. "Die Daten sind bis zu zehnmal besser als vor dem Start erwartet. Das hat eine enorme Bedeutung für die Ergebnisse dieser Mission." Ursprünglich hatten die Forscher erwartet, mit COROT Planeten bis hinab zur dreifachen Größe der Erde aufspüren zu können. Die überraschende Qualität der Daten gibt jetzt jedoch Anlass zu der Hoffnung, dass das Teleskop sogar erdgroße Planeten nachweisen kann.

Die meisten der bislang über 200 bei anderen Sternen entdeckten Planeten haben sich durch ihre Schwerkraft verraten. Sie rütteln gewissermaßen an ihrem Stern, und diese Bewegung des Sterns lässt sich in seiner Strahlung nachweisen. COROT verwendet ein anderes Verfahren bei seiner Suche nach den Exoplaneten. Der Satellit überwacht die Helligkeit einer großen Zahl von Sternen. Zieht ein Planet vor dem Stern vorüber, so verringert sich dabei die Helligkeit des Sterns geringfügig -- und diese Abschwächungen kann COROT nachweisen.

Neben der Suche nach Exoplaneten dient COROT noch der Untersuchung von Sternschwingungen. Auch hier übertrifft der Satellit nach Angaben der Forscher die Erwartungen. Ähnlich wie seismologische Untersuchungen auf der Erde erlaubt die "stellare Seismologie" den Astronomen, einen Blick in das Innere der Sterne zu werfen. COROT wird von der französischen Weltraumagentur CNES gemeinsam mit der Esa betrieben. An dem Projekt sind auch Wissenschaftler aus Belgien, Brasilien, Deutschland, Österreich und Spanien beteiligt.