Blick in den galaktischen Zoo: Amateure helfen Astronomen

Bei der Erkennung von Mustern ist das menschliche Gehirn Computern immer noch deutlich überlegen. Diese Überlegenheit wollen sich die Astronomen jetzt im Rahmen des internationalen Projekts "Galaxienzoo" zunutze machen: Laien sollen den Wissenschaftlern dabei helfen, rund eine Millionen Galaxien zu klassifizieren und ungewöhnliche Sternsysteme aufzuspüren.

Oxford (Großbritannien) - Nach einer kurzen Online-Einführung mit anschließender Prüfung kann jeder astronomisch Interessierte an dem Projekt teilnehmen.

"Die meisten dieser Galaxienbilder wurden von einem Robot-Teleskop aufgenommen und anschließend automatisch von einem Computer bearbeitet", erläutert Kevin Schawinski von der University of Oxford, wo das Projekt Galaxienzoo beheimatet ist. "Es ist also bei vielen Galaxien das erste Mal, das menschliche Augen sie betrachten." Die Astronomen klassifizieren Galaxien nach ihrem Aussehen: elliptisch, spiralförmig, unregelmäßig -- wobei es für jede Form noch weitere Unterklassen gibt.

Dadurch, dass sie die Klassifizierung einer großen Zahl von Amateuren überlassen, hoffen die Forscher Zeit zu gewinnen: Die Sichtung aller Galaxien durch eine Handvoll Experten würde Jahre dauern, so könnte es in wenigen Monaten geschehen. "Ob jemand fünf Minuten oder fünf Stunden dabei ist -- jeder Beitrag ist wertvoll", betont Schawinski.

Die Teilnehmer sollen bei Spiralgalaxien auch erkennen, in welche Richtung die Spiralarme verlaufen. Untersuchungen an einigen hundert Galaxien deuten darauf hin, dass die Rotation der Galaxien im ganzen Kosmos eine Vorzugsrichtung besitzt. Wenn sich dieser Befund mit einer größeren Anzahl von Galaxien bestätigt, dürfte er den Theoretikern einiges Kopfzerbrechen bereiten, so Schawinski. Denn bislang sei völlig unklar, woher eine solche Vorzugsrichtung physikalisch kommen soll.