Top Ten der ET-Adressen

Bei welchen Sternen lohnt es sich am meisten, nach außerirdischen Zivilisationen zu suchen? Eine amerikanische Forscherin hat jetzt im Auftrag der Nasa eine Liste der zehn besten Kandidaten in unserer kosmischen Nachbarschaft erstellt.

St. Louis (USA) - Auf Platz 1 steht der 11,8 Lichtjahre entfernte Stern Epsilon Indi A im Sternbild Indianer (Indus) am südlichen Himmel. Die Astronomin präsentierte ihre "Top Ten" auf der Jahrestagung der American Association for the Advancement of Science in St. Louis.

"Die Frage ist: Für welche Sterne lohnt es sich, unsere wertvolle Beobachtungszeit an den großen Teleskopen zu opfern?", beschreibt Margaret Turnbull von der Carnegie Institution of Washington die Motivation für ihre Untersuchung. Die Forscherin wertete die Daten von insgesamt 17.129 Sternen aus, die in den vergangenen Jahren im Rahmen mehrerer Projekte systematisch untersucht worden waren.

Da die Entstehung von intelligentem Leben auf der Erde lange gedauert hat, schieden junge Sterne schon einmal aus. Zudem mussten die Sterne sich ähnlich "ruhig" verhalten wie unsere Sonne und keine großen Strahlungsausbrüche zeigen. Ein weiteres Auswahlkriterium war der Gehalt an schweren Elementen. Denn bei Sternen, die aus Gaswolken mit einem zu geringen Anteil an schweren Elementen hervorgegangen sind, konnten vermutlich auch keine erdähnlichen Planeten und damit kein Leben entstehen.

Und schließlich war die Entfernung von der Erde ein weiteres entscheidendes Kriterium, denn je näher der Stern, desto besser können die Astronomen mit ihren Instrumenten dort nach Planeten und Leben suchen. Turnbulls "Top Ten" sollen nun als Grundlage sowohl für die Suche nach Planeten bei nahen Sternen, als auch für die gezielte Suche nach Radiosignalen von außerirdischen Zivilisationen dienen.