Spezialteleskope entdecken zwei Exoplaneten

Mit neuen Spezialteleskopen hat ein europäisches Forscherteam zwei weitere Planeten bei anderen Sternen aufgespürt. Die jupitergroßen Himmelskörper zählen zu den heißesten Exoplaneten, die bislang entdeckt wurden.

Heidelberg - Die Planeten ziehen auf ihrer Bahn von der Erde aus gesehen vor ihren Sternen vorüber und schwächen dabei das Sternenlicht leicht ab. Die Astronomen berichteten gestern auf einer Fachtagung in Heidelberg über ihren Fund.

Die beiden "SuperWASP"-Teleskope -- WASP steht dabei für "Wide Angle Search for Planets" -- sind auf La Palma und in Südafrika stationiert. Mit ihren extremen Weitwinkel-Objektiven können sie jeweils 450 Quadratgrad am Himmel fotografieren. So können die Astronomen in jeder Nacht 10 bis 15 Prozent des Himmels überwachen. Sie suchen auf diese Weise bei Millionen von Sternen nach den geringen Helligkeitsschwankungen durch vorüberziehende Planeten.

Bei zwei sonnenähnlichen Sternen wurden die Forscher fündig. Der Planet WASP-1b umkreist einen 1000 Lichtjahre entfernten Stern im Sternbild Andromeda, WASP-2b umkreist einen 500 Lichtjahre entfernten Stern im Delfin. Beide Sterne sind mit dem bloßen Auge nicht sichtbar. Bei beiden Planeten handelt es sich um so genannte "heiße Jupiter", Riesenplaneten, die ihren Stern auf einer sehr engen Bahn umkreisen.

WASP-1b hat eine Umlaufzeit von 2,5 Tagen und einen Sternabstand von sechs Millionen Kilometern, bei WASP-2b beträgt die Umlaufzeit zwei Tage und der Sternabstand 4,5 Millionen Kilometer. Zum Vergleich: Der Abstand Erde-Sonne beträgt 150 Millionen Kilometer, selbst der sonnennächste Planet Merkur ist noch 60 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt. WASP-1b und WASP-2b werden durch die starke Strahlung ihrer nahen Zentralsterne extrem aufgeheizt. Vermutlich verlieren die beiden Planeten dadurch ständig Gas aus ihren aufgeblähten Atmosphären und ziehen wie Kometen einen Schweif hinter sich her.

Insgesamt kennen die Astronomen inzwischen rund 200 Planeten bei anderen Sternen. Die überwiegende Mehrheit dieser Exoplaneten wurde mit der Doppler-Methode entdeckt. Die Planeten zerren mit ihrer Schwerkraft an ihren Sternen, die dadurch ein wenig hin- und herschwanken. Diese Bewegung lässt sich über den Dopplereffekt in der Strahlung der Sterne nachweisen. Lediglich ein Dutzend der Exoplaneten zieht vor ihrem Stern vorüber, aber diese Methode gewinnt zusehends an Bedeutung. Die Forscher hoffen, mit SuperWASP in den kommenden Jahren mehrere Dutzend weiterer Planeten aufzuspüren. Noch in diesem Jahr soll zudem der französische Satellit Corot starten, der ebenfalls Sterne auf Helligkeitsschwankungen überwachen soll. Die Astronomen hoffen, mit dieser Methode vermehrt auch kleinere Planeten, ähnlich unserer Erde, aufspüren zu können.