Sonne: Forscher erwarten starkes Aktivitätsmaximum

Die Aktivität der Sonne schwankt in einem elfjährigen Rhythmus. Das nächste Aktivitätsmaximum erwarten die Sonnenforscher für die Jahre 2010/2011 - und es wird ein starkes Maximum, wenn zwei amerikanische Wissenschaftler mit ihrer Prognose richtig liegen.

Huntsville (USA) - Die Forscher berichten demnächst im Fachblatt "Geophysical Research Letters" über ihre Vorhersage.

"Es könnte eines der stärksten Maxima seit Beginn der Aufzeichnungen der Sonnenaktivität vor knapp 400 Jahren werden", sagt David Hathaway vom Marshall Space Flight Center der Nasa. Gemeinsam mit seinem Kollegen Robert Wilson hat Hathaway den Zusammenhang zwischen geomagnetischen Stürmen und der Sonnenaktivität untersucht. Zu solchen Stürmen kommt es, wenn energiereiche, elektrisch geladene Teilchen von der Sonne auf das irdische Magnetfeld prallen. Polarlichter gehören zu den harmloseren Auswirkungen - starke geomagnetische Stürme können zum Zusammenbruch von Stromversorgungsnetzen führen, Funkübertragungen stören und sogar Satelliten zum Absturz bringen.

Die Analyse der geomagnetischen Aktivität der vergangenen 150 Jahre durch Hathaway und Wilson förderte Überraschendes zutage: Sie erreicht ihr Maximum jeweils sechs bis acht Jahre vor dem Maximum der Sonnenaktivität. Mehr noch: Die Stärke des Maximums der geomagnetischen Aktivität steht in einem eindeutigen statistischem Zusammenhang mit der Stärke des folgenden Aktivitätsmaximums der Sonne.

"Wir wissen nicht, warum das so ist", gesteht Hathaway, "aber es funktioniert." Die Physik, die hinter diesem Zusammenhang steht, ist den Forschern noch unbekannt. Aber das Phänomen gibt ihnen die Möglichkeit, die Stärke des nächsten Aktivitätsmaximums der Sonne vorauszusagen. Danach wird das nächste Maximum eines der stärksten der letzten 50 Jahre - und damit auch eines der stärksten seit Beginn der Aufzeichnungen. Denn vier der fünf stärksten Maxima aller Zeiten fielen in die letzten 50 Jahre - ebenfalls ein bislang unverstandenes Phänomen. "Und das nächste Maximum wird dieses Muster bestätigen", ist sich Hathaway sicher.