Rätselhafte Radioblitze: Forscher entdecken neue Art astronomischer Objekte

Bei Radiobeobachtungen des Himmels ist ein internationales Forscherteam auf eine neue Art astronomischer Objekte gestoßen. Die Objekte leuchten für wenige Millisekunden hell auf. Damit gehören sie im Radiobereich zu den hellsten Objekten am Himmel.

Illustration eines Pulsars
Illustration eines Pulsars

Macclesfield (Großbritannien)/Epping (Australien) - Zwischen den einzelnen Radioblitzen vergehen jedoch Minuten oder gar Stunden, in denen die Objekte keine Strahlung aussenden. Die rätselhaften Radioblitzer sind also fast immer unsichtbar und entsprechend schwer aufzuspüren. Die Astronomen vermuten, dass es in der Milchstraße 400.000 solcher Objekte gibt. Wahrscheinlich handele es dabei sich um eine neue Art rotierender Neutronensterne, schreiben die Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins "Nature".

"Im Radiobereich ist der Himmel in Bezug auf kurzzeitige Signale ein relativ unerforschtes Territorium", erklärt Maura McLaughlin vom Jodrell Bank Observatory. Deshalb hatten sie und ihre Kollegen aus Großbritannien, Australien, Italien, Kanada und den USA sich mit dem australischen Parkes Radioteleskop auf die zeitraubende Suche nach solchen Signalen gemacht - mit Erfolg. Insgesamt elf "rotierende vorübergehende Radioquellen" (engl.: rotating radio transients, RRATs) spürten die Forscher auf.

"Diese Dinger sind schwer zu fassen", so Dick Manchester von der Australia Telescope National Facility, "jedes Objekt ist im Durchschnitt nur eine Sekunde am Tag sichtbar!" Trotzdem gelang es den Astronomen, bei zehn der elf RRATs eine Periodizität der Blitze nachzuweisen. Dies deutet nach Ansicht der Forscher darauf hin, dass es sich um rotierende Neutronensterne handelt.

Solche rotierende Neutronensterne kennen die Himmelsforscher seit langem als "Pulsare", Objekte also, die wie kosmische Leuchttürme regelmäßig Radioblitze aussenden. Warum bei den neu entdeckten Objekten der "Leuchtturm" nur sporadisch aufflackert, ist den Astronomen um McLaughlin allerdings ein Rätsel. Möglicherweise sind Magnetfelder daran schuld, mutmaßen die Forscher.