Monstergewitter auf Saturn

Stellen Sie sich ein Gewitter vor, so groß wie ganz Europa, mit Blitzen, die irdische Blitze um das Tausendfache an Energie übertreffen. Ein solches Monstergewitter hat die amerikanische Raumsonde Cassini auf dem Planeten Saturn beobachtet. Es ist das stärkste Gewitter, das je beobachtet wurde.

Sturm auf Saturn
Sturm auf Saturn

Iowa City (USA) - "Eine so hohe Rate an elektrischen Ladungen haben wir niemals zuvor gesehen", staunt Donald Gurnett von der University of Iowa, der das "Radio and Plasma Wave Science"-Experiment an Bord von Cassini betreut. Mit diesen Messinstrumenten lässt sich die elektrische Aktivität in der dichten, wolkenverhangenen Atmosphäre Saturns mittels der dabei erzeugten Radiostrahlung aufspüren.

Zum Zeitpunkt der ersten Messungen befand sich Cassini gerade über der Nachtseite von Saturn. Deshalb konnte die Sonde die zu dem Unwetter gehörigen Wolken zunächst nicht beobachten. Die Forscher baten deshalb Hobbyastronomen in aller Welt um Hilfe. Tatsächlich lieferten zwei französische Amateure kurz darauf Bilder, die ein großes weißes Wolkengebiet auf der südlichen Hemisphäre des Planeten zeigt. Die Position der Wolken stimmt mit der Region überein, aus der die Radioemissionen des gewaltigen Gewitters stammen. Inzwischen konnte auch Cassini Fotos des immer noch andauernden Unwetters zur Erde funken.

Wie es auf Saturn zu solchen Gewittern kommt, ist bislang unklar. Vermutlich aber ist weniger die Strahlung der fernen Sonne, sondern die innere Wärme des Planeten die treibende Kraft für das Wettergeschehen in der Saturnatmosphäre. Gewitter tauchen auf Saturn sehr plötzlich auf und können mehrere Wochen andauern.