Grünes Licht für Hubble-Servicemission

Das Weltraumteleskop Hubble ist gerettet: NASA-Chef Mike Griffin gab gestern grünes Licht für einen Shuttle-Flug zur Wartung des Instruments. Die Mission soll nicht nur den Betrieb des Weltraumteleskops über das Jahr 2008 hinaus sichern, sondern Hubble zugleich auch noch einmal mit verbesserten Instrumenten ausstatten.

Washington (USA) - Der Serviceflug zum Weltraumteleskop Hubble soll zwischen Frühling und Herbst 2008 stattfinden, die Gesamtkosten der Mission veranschlagt die NASA auf 900 Millionen Euro.

Nach dem Absturz der Raumfähre Columbia hatte der damalige NASA-Chef O'Keefe weitere Service-Missionen zum Hubble-Teleskop gestrichen. Sie seien zu gefährlich, da die Astronauten im Falle einer Beschädigung des Shuttles nicht die Internationale Weltraumstation ISS erreichen könnten. Denn Hubble und ISS bewegen sich auf weit voneinander entfernten Bahnen um die Erde. Nach seinem Amtsantritt versprach Griffin den Astronomen, diese Entscheidung noch einmal zu überprüfen. Denn es besteht die Gefahr, dass Hubble bereits 2008 durch den Ausfall der alten Steuerkreisel manövrierunfähig und damit nutzlos wird. Doch erst für das Jahr 2013 ist der Start eines Nachfolgegeräts, des James Web Space Telescopes, geplant. Die Astronomen würden also jahrelang ohne ein "Auge im All" dastehen.

Nun hat Griffin also entschieden, dass Hubble das Risiko wert ist. Um im Falle eines Falles eine Rettungsmöglichkeit für die Astronauten der Service-Mission zu haben, soll während des gesamten Fluges eine zweite Raumfähre in Startbereitschaft stehen. Zudem hat die NASA inzwischen mehrere Reparaturmethoden entwickelt, mit denen die Astronauten im Orbit kleinere Schäden am Hitzeschild des Shuttles ausbessern können.

Neben neuen Steuerkreiseln und Batterien, die die Lebensdauer Hubbles noch einmal um fünf Jahre verlängern sollen, plant die NASA auch den Einbau zweier neuer Instrumente in das Weltraumteleskop. Die "Wide Field Camera 3", eine Art Weitwinkelobjektiv, kann nicht nur im optischen, sondern auch im ultravioletten und infraroten Bereich des Spektrums beobachten. Das Instrument ist zudem erheblich empfindlicher als seine Vorgängerversion. Die Forscher hoffen, mit der WFC3 einen Blick auf die ersten Galaxien werfen zu können, die im Universum entstanden sind. Das zweite neue Instrument ist der "Cosmic Origins Spectrograph", mit dem das Spektrum vom Himmelsobjekten im UV-Bereich untersucht werden kann. Es ersetzt ein bereits 2004 ausgefallenes Gerät. Mit dem Instrument wollen die Astronomen vor allem das Gas zwischen den Galaxien untersuchen.