Gezählt: Eine Billion Sterne in Andromeda

Die Andromeda-Galaxie M 31 enthält eine Billion Sterne. Das sind ein Million mal eine Million Sterne -- das Zwei- bis Dreifache der Sternenzahl in unserer Milchstraße. Zu diesem Ergebnis kommt jetzt ein amerikanisches Forscherteam nach der Auswertung von über 3000 Infrarotbildern von der Spiralgalaxie, die mit dem Weltraumteleskop Spitzer gewonnen wurden.

Pasadena (USA) - Es handelt sich um die erste vollständige Sternenzählung für M 31 im Infrarot-Bereich. Das Ergebnis stimmt mit früheren Schätzungen der Gesamtmasse aller Sterne überein. Die Wissenschaftler berichteten auf dem Jahrestreffen der American Astronomical Society in Alberta, Kanada, über ihre Sternenzählung.

"Spitzer kann die Sternentstehungsregionen bis tief im innersten Teil der Andromeda-Galaxie erfassen", erklärt George Helou vom Caltech in Pasadena, einer der beteiligten Astronomen. Denn im optischen Bereich des Spektrums blockiert Staub den Blick der Forscher - Infrarotstrahlung jedoch vermag diesen Staubschleier zu durchdringen.

"Die Herausforderung ist nun, zu verstehen, wie die heutige Verteilung von Gas und Staub in M 31 zustande gekommen ist und was die Sternentstehung in den unterschiedlichen Regionen ausgelöst hat", so Helou weiter. Große Spiralgalaxien entstehen nach heutigem Verständnis durch die Verschmelzung vieler kleinerer Sternsysteme. Doch die ausgeprägte Scheibe einer Spiralgalaxie kann nicht bei solchen Kollisionen entstehen -- sie benötigt eine relativ ruhige und stabile Umgebung.

Das Alter der erfassten Sterne deutet darauf hin, dass die Verschmelzungsphase von Andromeda vor etwa sechs Milliarden Jahren endete. Dies steht in guter Übereinstimmung mit Computersimulationen, nach denen sich die Scheibe der Galaxie vor eben dieser Zeit gebildet haben sollte.