Entdeckt: Spuren fehlender Minimonde im Saturnring

Amerikanische Astronomen haben vier propellerförmige Strukturen in den Ringen des Saturn entdeckt. Sie deuten diese Phänomene als Spuren bislang unentdeckter Miniaturmonde mit Durchmessern von rund 100 Metern.

Ithaca (USA) - Der Nachweis von Monden dieser Größe wäre eine Bestätigung für die Theorie, dass die Saturnringe durch die Kollision eines Eismondes mit einem Asteroiden oder Kometen entstanden sind.Das Team veröffentlicht seine Beobachtungen in der aktuellen Ausgabe des Fachblatts "Nature".

"Die Häufigkeit von Körpern mit Größen oberhalb von zehn Metern im Saturnring ist bislang völlig unbekannt", beschreiben Matthew Tiscareno von der Cornell University und seine Kollegen das bisherige Dilemma der Planetenforscher. Denn bei der Kollision eines überwiegend aus Wassereis bestehenden Saturnmondes mit einem anderen Himmelskörper müssten Trümmerstücke in allen Größen entstanden sein.

Doch Messungen konnten bislang nur zeigen, dass der überwiegende Anteil des Ringsystems aus Partikeln mit einer Größe zwischen einigen Zentimetern und einigen Metern besteht. Lediglich zwei kilometergroße Miniaturmonde - Pan und Daphnis - sind außerdem bekannt. Zwischen den kleinen Partikeln und diesen Monden schien bislang eine unerklärliche Lücke zu klaffen.

Diese Lücke könnten die Beobachtungen von Tiscareno und seinen Kollegen nun schließen. Die Forscher entdeckten die propellerförmigen Strukturen auf Bildern der amerikanischen Raumsonde Cassini, die seit Juli 2004 den Saturn umkreist. Die seltsamen Strukturen entstehen durch ein kompliziertes Wechselspiel der Anziehungskräfte Saturns und der kleinen Monde, sowie Zusammenstößen zwischen den Partikeln im Ring. Weitere systematische Beobachtungen sollen nun zeigen, wie viele derartige Strukturen - und damit auch, wie viele Monde dieser Größe - es in den Saturnringen gibt.