Ein Jupiter in 750 Lichtjahren Entfernung

Ein internationales Astronomenteam hat einen weiteren Planeten außerhalb unseres Sonnensystems mit der so genannten Transit-Methode aufgespürt. Der Planet ist etwa so groß wie der Jupiter und umkreist seinen 750 Lichtjahre von uns entfernten Stern im Sternbild Drachen alle 2,5 Tage auf einer extrem engen Umlaufbahn.

Planetentransit
Planetentransit

Pasadena (USA) - Der Planet bewegt sich auf seiner Bahn von der Erde aus gesehen vor seinem Zentralstern vorbei und schwächt deshalb seine Helligkeit periodisch ab. Bei der Transit-Methode wird diese Veränderung der Helligkeit nachgewiesen.

Nach Ansicht der Forscher, die demnächst im Fachblatt "Astrophysical Journal" über ihre Entdeckung berichten, bietet der Planet auf Grund seiner relativen Nähe und seiner Umlaufbahn besonders gute Möglichkeiten zur Untersuchung seiner Zusammensetzung und Atmosphäre.

"Nur bei nahen Transit-Planeten haben wir die Möglichkeit, die Größe und die Masse genau zu bestimmen", erläutert Teamleiter Francis O'Donovan vom Caltech in Pasadena, "und das gibt uns die Möglichkeit, auch Rückschlüsse auf seine Zusammensetzung zu ziehen." O'Donovan und seine Kollegen haben den Planeten im Rahmen des "Trans-Atlantic Exoplanet Survey" TrES aufgespürt, einem internationalen Netz kleiner Teleskope, mit denen die Forscher nach verdächtigen Helligkeitsschwankungen bei nahen Sternen suchen. Es ist der zweite Planet, der im Rahmen dieses Projekts gefunden wurde, deshalb trägt er nun die Bezeichnung TrES-2.

Aus der Analyse der Lichtkurve schließen die Astronomen, dass TrES-2 die 1,3-fache Masse und den 1,2-fachen Durchmesser des Planeten Jupiter in unserem Sonnensystem besitzt. Allerdings handelt es sich bei TrES-2 um einen "heißen Jupiter", denn der Radius seiner Bahn beträgt lediglich ein Zehntel des Abstands Merkur-Sonne.

Insgesamt kennen die Astronomen inzwischen über 200 Planeten bei anderen Sternen. Die Mehrheit dieser Exoplaneten wurde mit der Dopplermethode aufgespürt. Dabei weisen die Wissenschaftler ein leichtes Torkeln des Sterns durch die Anziehungskräfte der Planeten nach. Lediglich zehn Exoplaneten wurden bislang mit der Transit-Methode gefunden. Doch das soll sich schon bald ändern: Mit dem französischen "Corot" und dem amerikanischen "Kepler" sollen schon bald zwei Satelliten starten, die für die Suche nach Transit-Planeten spezialisiert sind.