Cassini entdeckt neuen Saturnring

Die amerikanische Raumsonde Cassini hat einen weiteren schwachen Staubring um den Planeten Saturn entdeckt. Der Ring besteht vermutlich aus Teilchen, die beim Aufschlag von Meteoriten auf die Saturnmonde Janus und Epimetheus ins All geschleudert wurden.

Saturnring im Gegenlicht
Saturnring im Gegenlicht

Pasadena (USA) - Außerdem hat Cassini dünne Filamente aus Eispartikeln entdeckt, die von dem Mond Enceladus aus mehrere zehntausend Kilometer weit ins All ragen.

Die neuen spektakulären Aufnahmen gelangen am 17. September während der bislang längsten "Sonnenfinsternis" während der Cassini-Mission. Bei einer solchen Finsternis durchquert die Sonde den Schatten des Saturn. Da der Planet selbst dann dunkel ist, lassen sich schwache Einzelheiten im Ringsystem, die das Sonnenlicht streuen und so während der Finsternis aufleuchten, besser beobachten. Während diese Finsternisse im Durchschnitt nur eine Stunde dauern, verweilte Cassini am 17. September für zwölf Stunden im Schatten Saturns.

"Die jetzt entdeckten Strukturen können uns dabei helfen, zu verstehen, wie die Monde Teilchen freisetzen und so ihre lokale Umgebung beeinflussen", erläutert Joseph Burns von der Cornell University, ein Mitglied des Cassini-Teams, die Bedeutung der Beobachtungen.

Der neue Ring befindet sich außerhalb der hellen Hauptringe und innerhalb der schon zuvor bekannten schwachen G- und E-Ringe. Im Bereich des neuen Rings verlaufen auch die Umlaufbahnen der kleinen Monde Janus und Epimetheus. Die von Enceladus ausgehenden Filamente haben ihren Ursprung vermutlich in gewaltigen Geysiren auf der Oberfläche dieses Mondes. Die Form der Filamente deutet nach Ansicht der Forscher darauf hin, dass es eine Wechselwirkung zwischen den abströmenden Eispartikeln und dem Magnetfeld des Saturn gibt.