Bislang kleinster Exoplanet entdeckt

Einen extrasolaren Planeten mit der fünfeinhalbfachen Erdmasse glaubt ein internationales Forscherteam nachgewiesen zu haben. Der Planet umkreist seinen Stern im zweieinhalbfachen Abstand Erde-Sonne.

Paris (Frankreich) - Es ist das erste Mal, dass die Astronomen einen derart kleinen Planeten in einer so weiten Umlaufbahn gefunden haben. Insgesamt waren 73 Wissenschaftler von 32 Instituten an den Messungen beteiligt, darunter auch deutsche Astronomen. Das Team berichtet in der aktuellen Ausgabe von "Nature" über die Entdeckung.

Über 170 Planeten haben die Astronomen in den vergangenen zehn Jahren bei anderen Sternen aufgespürt. Gesehen hat diese Planeten allerdings niemand: Sie lassen sich nur indirekt nachweisen, da sie von der Erde aus gesehen zu nahe bei ihrem Stern stehen und im Verhältnis zu ihrem Stern zu leuchtschwach sind. Nahezu alle Exoplaneten wurden bislang mit der Doppler-Methode entdeckt. Dabei verrät sich der Planet, weil er seinen Stern mit seiner Anziehungskraft in eine periodische Torkelbewegung versetzt.

Der jetzt gemeldete Exoplanet OGLE-2005-BLG-390Lb verriet sich auf andere Weise: Er verursachte durch seine Schwerkraft eine kleine Helligkeitsschwankung bei einem Hintergrundstern nahe dem galaktischen Zentrum. Im Rahmen mehrerer internationaler Projekte wie z.B. OGLE, MOA und PLANET suchen Astronomenteams nach solchen Helligkeitsschwankungen durch den so genannten Gravitationslinseneffekt. Zieht -- von der Erde aus gesehen -- ein leuchtschwacher und deshalb selbst nicht sichtbarer Vordergrundstern nahezu exakt vor einem hellen Stern vorüber, so verbiegt er mit seinem Gravitationsfeld die von diesem Stern zu uns verlaufenden Lichtstrahlen.

Für den irdischen Beobachter ist dieser Effekt als ein zumeist mehrere Wochen dauernder, zeitlich symmetrisch verlaufender Helligkeitsausbruch des Sterns sichtbar. Besitzt der Stern einen Begleiter, so kann dessen Gravitation zu einem zweiten Maximum in der Lichtkurve führen. Eben ein solches zweites Maximum beobachteten die Forscher der PLANET-Kollaboration am 9. August 2005 bei dem Stern OGLE-2005-BLG-390.