20 neue Nachbarn für das Sonnensystem

Ein amerikanisches Forscherteam hat 20 bislang unbekannte Sterne in unserer unmittelbaren astronomischen Nachbarschaft entdeckt. Bei allen Objekten handelt es sich um leuchtschwache rote Zwergsterne. Damit ist die Zahl der Sterne in einem Umkreis von 33 Lichtjahren in den letzten sechs Jahren um 16 Prozent angewachsen.

Atlanta (USA) - Die Astronomen, die demnächst im Fachblatt "Astronomical Journal" über die neuen Nachbarn des Sonnensystems berichten, erwarten für die kommenden Jahre noch zahlreiche weitere Entdeckungen leuchtschwacher Sterne in unserer Umgebung.

"Unser Ziel ist es, eine komplette Sternzählung in unserer lokalen Umgebung durchzuführen", erläutert Todd Henry von der Georgia State University in Atlanta, "auf diese Weise bekommen wir einen Einblick in die Demografie der Sterne unserer Milchstraße - ihre Massen, ihre Entwicklungsstadien, die Häufigkeit von Mehrfachsternen." Henry leitet das Projekt RECONS, das "Forschungskonsortium für nahe Sterne", in dessen Rahmen unsere neuen Nachbarn entdeckt wurden.

Insgesamt sind im Umkreis von 33 Lichtjahren - der Grenze des RECONS-Projekts - nun 348 Sterne bekannt, davon sind 239 rote Zwergsterne. Die roten Zwerge scheinen also rund zwei Drittel der Sternbevölkerung der Milchstraße auszumachen. "Rote Zwerge gehören zu den leuchtschwächsten, aber zu den häufigsten Objekten der Galaxis", so Henry, "wir können keinen einzigen davon mit bloßem Auge sehen, doch es gibt ganze Schwärme von ihnen."

Henry und seine Kollegen vom RECONS-Team haben die Entfernung zu den neu entdeckten Sternen mit der klassischen trigonometrischen Methode gemessen. Dazu wird die Position eines Sterns im Verlauf eines Jahres mit hoher Genauigkeit beobachtet. Durch die Bewegung der Erde auf ihrer Bahn ändert sich unser Blickwinkel zum Stern geringfügig - und damit auch seine Position gegenüber weiter entfernten Sternen