Mittendrin bei Jugend präsentiert – Teil 2

Im Februar 2014 bin ich im Internet eher zufällig auf den Wettbewerb „Jugend präsentiert“ gestoßen und habe mich spontan entschlossen, daran teilzunehmen – der Anfang einer unvergesslichen Erfahrung! Ich habe es schon immer geliebt, Vorträge vorzubereiten und zu präsentieren, und fand es daher perfekt passend. Meine Mutter filmte einen fünfminütigen Vortrag, in dem ich die Fragestellung „Fahrradfahren nur bei Sonnenschein?“ beantwortete und dabei näher auf die Funktionsweise einer Solarzelle einging. Ein paar Monate nach dem Ausfüllen der Bewerbungsunterlagen, bekam ich die Nachricht, weitergekommen und daher zu der Präsentationsakademie und zum Finale eingeladen zu sein.

Den ersten Teil über die ersten Wettbewerbsrunden und die Präsentationakademie gibt es hier:

Nach der Präsentationsakademie fühlte ich mich wirklich gut auf das Finale vorbereitet und freute mich auch schon darauf, alle anderen wiederzusehen. Ein paar Monate später, im September, begab ich mich nun wieder auf die Fahrt. Mein Ziel war jetzt das sehr schöne, nur leider etwas weiter als Heidelberg entfernte Hamburg.

Hafenrundfahrt auf der Elbe

Nach dem Einchecken und dem Wiedererkennen noch von der Präsentationsakademie bekannter Gesichter, fand ich mich mit den anderen gegen 17 Uhr zur Begrüßung ein, bei der uns noch einmal der gesamte Ablauf der folgenden zwei Tage erklärt wurde. Später machten wir eine Bootstour auf der Elbe. Nach einer humorvoll gehaltenen Führung, während wir durch das Wasser glitten, schaute ich mir noch mit einem Teil der Gruppe den alten Elbtunnel an, während die anderen bereits den Weg zurück zur Jugendherberge antraten. Anschließend nutzte ich wie einige andere auch die Gelegenheit, noch letzte Fragen mit den Rhetorikexperten und Organisatoren zu klären, sodass wir anschließend beruhigt in den Schlaf fallen konnten.

Am nächsten Morgen wurde es nach dem Frühstück und der Busfahrt zum Forschungszentrum DESY für alle spannend. Die Vorrunden-Präsentationen waren über den Tag verteilt: vormittags digitale und am Nachmittag analoge Präsentationen. Natürlich war ich vor beiden ziemlich aufgeregt, aber diese Aufregung verflog sobald ich vor der Jury stand, die ersten paar Sätze erzählt hatte und dadurch sicher in meinen Vortrag hineingekommen war. Auch die anderen haben ihre Präsentationen mit Bravour bewältigt. Sehr erfreulich waren für mich die tollen Rückmeldungen, das Lob und auch die zum Glück wenigen Kritikpunkte, die ich bekam. Es tat gut, zu hören, dass sich die ganze Arbeit, die ich in meine Präsentationen investiert hatte, gelohnt hatte und auch wertgeschätzt wurde.

Besuch bei den DESY-Teilchenbeschleunigern

In den Pausen wurde sowohl regelmäßig eine Führung durch das riesige und wirklich interessante DESY-Gelände, als auch ein „Stage-Training“ mit einer Schauspielerin angeboten, das einem sehr gut half, noch einmal den Kopf frei zu bekommen und dadurch gestärkt in die Präsentationen zu gehen.

Am Abend wurden schließlich die Ergebnisse verkündet und die sechs Finalisten standen nach wirklich schwerfallender Entscheidung der Jury fest. Ich war nur froh, dass ich die Entscheidung nicht fällen musste, da wirklich alle der Teilnehmer/-innen super Vorträge gehalten hatten. Umso mehr freute ich mich, als mein Name genannt wurde. Ich war überglücklich, zu den Finalisten gehören zu dürfen!

Der große Saal des Finales

Am nächsten Tag musste ich mich mit den anderen Finalisten um acht Uhr am Morgen wieder von der Jugendherberge verabschieden. Nach einer Taxifahrt zum Theater Kehrwieder, einem Soundcheck und langer Vorbereitung war es dann soweit. Die Türen wurden geöffnet und mein Bühnenauftritt rückte immer näher.

Nach wirklich vielen interessanten Vorträgen, von der Funktionsweise einer Bustür über das Fliegen eines Flugzeugs und die Erzeugung eines Tons in einer Klarinette, bis zur Fragestellung, warum wir durch Sauerstoff sterben, war ich schließlich als fünfte an der Reihe. Meine Aufregung hatte sich immer mehr gesteigert und jetzt, als ich Backstage hinter dem Vorhang kurz vor meinem Auftritt interviewt wurde, war ich wirklich aufgeregt. Aber als ich dann von der Bühne aus das gesamte Publikum überblickte und im Hintergrund meine Folien auf einer riesigen Leinwand zu sehen waren, machte es einfach nur noch Spaß. Ich genoss es den anderen zu erklären, warum Vögel nicht vom Himmel fallen.

Lilith bei ihrem Final-Auftritt

Die Krönung des Tages war schließlich die Preisverleihung. Als ich zum zweiten Platz von ursprünglich 460 Bewerbungen aufgerufen wurde, einen Pokal in die eine, ein Buch und eine eingerahmte Urkunde in die andere Hand bekam, war ich überglücklich!!

Für mich war der gesamte Wettbewerb wirklich ein aufregendes, interessantes und einfach tolles Erlebnis! Ich habe wirklich viel zum Thema „Präsentieren“ gelernt, mich dadurch deutlich verbessern und auch Anregungen für neue Ideen bekommen können und tolle Erfahrungen gesammelt, die ich nie vergessen werde.