Mit Rad2Kat beim Bundesumweltwettbewerb

Tjark war 2015 mit einer Weiterentwicklung seines preisträchtigen Jugend-forscht-Projekts “Rad2Kat” zu Gast beim Bundesumweltwettbewerb und erhielt bei der Preisverleihung im September einen Sonderpreis. Er berichtet bei Detektor von seinen Erfahrungen mit dem Projekt und den Wettbewerben.

Ein Wassergefährt am Ufer: Zwei Schwimmkörper nach Art eines Katamarans, darüber eine Metallplatte und in der Mitte ein festgeklammtes Fahrrad, dessen Hinterrad auf Laufrädern liegt, die mit dem Gefährt verbunden sind.
Das Rad2Kat bereit zum Einsatz auf dem Wasser

Meine Projektarbeit Rad2Kat beschäftigt sich mit einer schwimmfähigen Plattform zum Rad- und Wasserwandern. Es handelt sich hierbei um die Weiterentwicklung eines Projekts, mit dem ich bereits bei Jugend forscht angetreten bin. Rad2Kat ist eine katamaranbasierte, schwimmfähige Plattform, mit der – ohne Umbauten am Fahrrad auszuführen – der Wechsel vom Rad- zum Wasserwandern möglich ist. Hierbei wird der Antrieb des Fahrrads über die Pedale zum Fortbewegen genutzt und die Lenkbewegungen des Lenkrads auf die Plattform übertragen. Gemäß dem Motto des Bundesumweltwettbewerbs vom nachhaltigen Handeln verlagerte ich den Schwerpunkt vom physikalisch-technischen Aspekt zum positiven Umwelteinfluss. Statt mit lärmenden Motorbooten Fauna und Flora zu schädigen, ist mit der schwimmfähigen Plattform eine umweltschonende Gewässerüberquerung möglich.

Beim Jugend-forscht-Regionalwettbewerb in Emden habe ich mit meinem Projekt den ersten Platz errungen und durfte am Landeswettbewerb in Claustahl-Zellerfeld teilnehmen. Dort wurde ich mit dem Sonderpreis Klimaschutz ausgezeichnet, der eine Einladung nach Berlin in das Bundesumweltministerium umfasste. In der Hauptstadt durfte ich in den Räumen des Ministeriums meine Forschungsergebnisse vorstellen und traf auf die anderen Preisträger des Sonderpreises Klimaschutz.

Eine Bühne, auf der vier Menschen stehen: Zwei Damen und ein Herr, zwischen ihnen ein junger Mann im Anzug mit einer Urkunde in der Hand.
Tjark bei der Preisverleihung

Zu meiner Freude erhielt ich außerdem Anfang Juni eine Einladung zur persönlichen Projektvorstellung im Bundesumweltwettbewerb in Kiel. In der Sparkassenakademie in Kiel traf ich auf die anderen sechzehn bundesweit ausgewählten Projekte und konnte mir am Begrüßungsabend von den anderen Teilnehmern ihre Projekte anhand ihres jeweiligen Präsentationsplakats erklären lassen. Die Themen waren sehr vielfältig und reichten vom I-Freeze bis zu mobilen Gewässertestgeräten. I-Freeze ist die Entwicklung eines intelligenten Kühlschranks mit integrierter Erfassungseinrichtung des Kühlschrankinhalts zur Verringerung von Lebensmittelabfällen. Die Erkennung der Lebensmittel erfolgt über einen QR-Code und teilt dem Nutzer das Mindesthaltbarkeitsdatums vor Ablauf mit. Das mobile Gewässertestgerät hingegen soll Verunreinigungen von Gewässern schneller und preiswerter erkennen als herkömmliche Geräte. Es handelt sich um ein neuartiges transportables Analysegerät für Metallionen, das kostengünstig und schnell Ionenkonzentrationen im Wasser misst.

In der letzten Auswahlrunde musste ich vor einer fünfzehnköpfigen Jury mein Projekt vorstellen und erläutern. Hierzu hatte ich eine Präsentation vorbereitet, die zehn Minuten dauerte. Die anschließende Fragerunde dauerte eine halbe Stunde. In der Plakatmesse habe ich im Folgenden noch anderen Interessierten mein Projekt erklärt, bevor ich wieder die Heimreise antrat.

Im September erhielt ich die Mitteilung, dass mein Projekt bei der Preisverleihung in Duderstadt prämiert werden soll. Bei der Preisverleihung erhielt ich aus den Händen der niedersächsischen Kultusministerin Frauke Heiligenstadt einen Sonderpreis für meine Arbeit. Insgesamt bin ich mit meinem Projekt Rad2Kat nun nach Emden, Claustahl- Zellerfeld, Kiel, Duderstadt und Berlin gereist und habe überall nette Jungforscher kennengelernt.

Ich kann jedem raten, eine Seminararbeit oder ein Referat mit Umweltbezug einzureichen. Es macht Spaß, ist interessant und insbesondere die wider Erwarten angenehme Befragung vor der Jury hat mir die Angst vor kommenden Prüfungssituationen nehmen können.

Der Bundesumweltwettbewerb

Der grüne Schriftzug „BUW“, darunter stilisierte Barfuß-Fußabdrücke

Der Bundesumweltwettbewerb wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert und vom Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik in Kiel ausgerichtet. Ziel ist es, talentierte und kreative Jugendliche beziehungsweise junge Erwachsene zu fördern. Die Ausrichter loben wertvolle Geld- und Sachpreise aus.

Die Teilnehmer entwickeln eigene Ideen zum Umweltschutz oder zur Umweltbildung, sodass ein breites Spektrum an naturwissenschaftliche-technischen als auch gesellschaftlich-politischen Themen entsteht. Nach einer Vorauswahl werden die Bewerber mit den interessantesten Projekten zu einer persönlichen Präsentation nach Kiel eingeladen.