Ein von Wolkenbändern durchzogener Gasplanet vor einem Hintergrund ähnlich der galaktischen Scheibe

Planemos – Planeten ohne Stern

Kann ein Planet außerhalb eines Sonnensystems existieren? Ja! Planeten können durch Kollisionen von ihrer Umlaufbahn abgelenkt werden, streifen dann sonnenlos durch die Galaxie und verändern währenddessen komplett ihre Gestalt.

Dabei kann es theoretisch passieren, dass Mikroorganismen auf dem Planemo überleben und dadurch über riesige Distanzen transportiert werden. 2012 konnte ein solcher Planet von französischen Astronomen in 130 Lichtjahren Entfernung gesichtet werden. Ein Planet, der sich nicht in einem Orbit um eine Sonne befindet, wird meistens Planemo (engl. Planetary mass object) genannt. Eine einheitliche Bezeichnung wurde aber noch nicht festgelegt.

Der Planemo kühlt durch seine wachsende Entfernung zu seiner ursprünglichen Sonne stark ab. Je nach Struktur kann das bedeuten, dass das Aussehen des Planemos sich im Laufe der Jahre komplett verändert. Die meisten der lokalisierten Planemos sind mit Jupiter vergleichbar. Bei ihnen handelt es sich um Gasriesen. Es wird angenommen, dass allein im bekannten Teil des Universums noch unzählbar viele kleinere Planemos existieren.

Wie entsteht ein Planemo?

Ein Planemo beginnt als einfacher Planet, wie unsere Erde, der um eine Sonne kreist. Dabei entfernt er sich irgendwann, wie ein Raumschiff, dass die Erde verlässt, überwindet er die Zentripetalkraft seiner Sonne. Dies geschieht meistens bei Zusammenstößen mit Asteroiden oder Meteoriten, bei denen der Planemo durch den Impuls gezwungen wird seine Umlaufban zu verlassen.

Der Planemo kühlt durch seine wachsende Entfernung zu seiner ursprünglichen Sonne stark ab. Je nach Struktur kann das bedeuten, dass das Aussehen des Planemos sich im Laufe der Jahre komplett verändert. Die meisten der lokalisierten Planemos sind mit Jupiter vergleichbar. Bei ihnen handelt es sich um Gasriesen. Es wird angenommen, dass allein im bekannten Teil des Universums noch unzählbar viele kleinere Planemos existieren.

Fotografie eines Felds mit Sternen. Im Zentrum, mit einem Kreis markiert, ein schwach bläulich leuchtendes Objekt.
Aufnahme des Planemo namens CFBDSIR J214947.2-040308.9

Der erste entdeckte Planemo wurde von Philippe Delorme vom Institut für Planetologie und Astrophysik in Grenoble als CFBDSIR 2149 bezeichnet. Dieser Gasriese ist 60-mal so groß wie die Erde, 4 bis 7-mal so schwer wie Jupiter und hat eine Oberflächentemperatur von ca. 430° C. Zurzeit befindet er sich nahe AB Doradus, einem Haufen aus 30 Sternen, dessen Entstehungszeitpunkt auf vor 50-120 Millionen Jahren geschätzt wird. Es wird vermutet, dass CFBDSIR 2149 aus diesem System entstammt, da er sich in die gleiche Richtung wie AB Doradus bewegt.

Laut einer Studie des Astrophysikers David Bennet gibt es pro Stern 1,8 Planemos. In der Milchstraße wären das ca. 400 Milliarden Planemos. Für seine Berechnung berücksichtigte Bennet nur Planemos, die so groß wie Jupiter oder größer sind. Er nimmt an, dass Planemos, deren Masse zwischen der von Mars und Neptun liegt, um einiges häufiger sind.

Die Chance, dass ein Planet aus unserem Sonnensytem zu einem Planemo wird, bevor das Ende unserer Sonne in geschätzten 5 Milliarden Jahren erreicht ist, liegt bei 1-2%. Es besteht jedoch die Hypothese, dass sich in unserem Sonnensystem ein “eingefangener” Planemo befindet. Dieser ist jedoch keiner der allgemein bekannten Planeten. Sie wurde von den Astrophysikern John Matese und Daniel Whitmire von der University of Louisiana aufgrund von Beobachtungen von Asteroiden aufgestellt. Die Bahnen dieser Asteroiden legen nahe, dass sie von einem Gasriesen abgelenkt werden. Dieser Gasriese wurde Tyche genannt und weist eine noch exzentrischere Bahn als der Zwergplanet Pluto auf. An seinem sonnennächsten Punkt würde sich Tyche näher an der Sonne als Neptun befinden, wäre am sonnenfernsten Punkt aber 1500-mal so weit von der Sonne entfernt wie die Erde. Seine Masse entspräche 12 Erdmassen. Doch die Existenz von Tyche konnte nie nachgewiesen werden. Matese und Whitmire begründeten dies damit, dass Tyche sich aktuell am sonnenferntesten Punkt befindet.

Leben auf Planemos?

Es werden vor allem Planemos gesucht, die Leben enthalten. Ein solcher Planemo würde eine Wolke aus Mikroorganismen absondern, die von anderen Himmelskörpern eingefangen werden könnten. Dadurch wäre die Verbreitung von Leben möglich. Ein solcher Planemo wäre wahrscheinlich sehr kalt und hätte eine Eisdecke auf einem flüssigen Ozean. In diesem Ozean können Mikroorganismen überleben. Die Verbreitung dieses Lebens beruht darauf, dass Planeten, auf denen Leben ist, von einer Wolke aus Mikroorganismen umgeben sind

Ob solches außerirdisches Leben tatsächlich auf Planemos zu finden ist, ist nur eine der Fragen, die in etwa zehn Jahren von der NASA mit der Raumsonde “Microlensing Planet Finder” untersucht werden soll. Bis dahin kann man nur über die Existenz weiterer Planemos spekulieren.