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Sind Kometen gefährlich?
Derzeit zieht der Komet Lulin durch die Sternbilder Löwe, Krebs und Zwillinge. Er ist am Abendhimmel im Fernglas zu beobachten. Der Komet ist nach dem Observatorium in Taiwan benannt, an dem er entdeckt wurde. Der "giftgrüne Komet" ist vielen Medien eine Schlagzeile wert, auch wenn er nur in einem Fernglas zu erkennen ist. Kometen haben die Menschen seit jeher fasziniert. Sie gelten vielen als Unglücksbringer und himmlische Menetekel. Dabei sind Kometen nur kleine eisige Himmelskörper, die aus gefrorenem Material und Staub bestehen. Nähern sie sich bei ihrem Lauf durch das Planetensystem der Sonne, verdampft ein Teil des Eises und es entsteht der Schweif. Auch wenn der Kern eines Kometen nur wenige Kilometer groß ist, so erstreckt sich der wunderschöne Kometenschweif manchmal über mehr Hunderte von Millionen Kilometern.
Der prachtvolle Komet McNaught im Januar 2007 am Dämmerungshimmel über Chile; rechts die Mondsichel.
Erschien im Mittelalter ein Komet völlig unvorhergesehen am ansonsten so unveränderlichen Sternenhimmel, so war das für die Menschen ein absolut unerklärliches und damit als bedrohlich empfundenes Schauspiel. "Achterlei Unglück insgemein entsteht, wenn in der Luft ein Komet erscheint: Viel Pest und Tod, schwere Zeit und Hungersnot, Krieg, Mord, Aufruhr und Streit", so heißt es in einem Bericht über Kometen aus dem Jahre 1605.
Der Aberglaube von den bösen Kometen hat sich bis in die Neuzeit erhalten. Als bei der Wiederkehr des berühmten Halleyschen Kometen im Jahr 1910 die Erde durch den Schweif des Kometen zog, sorgte das bei manchen Menschen geradezu für Panik. Kurz zuvor hatten Astronomen bei ihren Beobachtungen Spuren giftiger Blausäure im Schweif gemessen. Dennoch war die Panik unbegründet: Zum einen gelangen die Teilchen des Kometenschweifs gar nicht auf die Erde. Zum anderen ist selbst im imposant erscheinenden Schweif die Materie so dünn verteilt, dass man in irdischen Laboren von einem perfekten Vakuum spräche.
Der Komet Lulin in einer Aufnahme des NASA-Satelliten Swift.
Kometen sind Reste, die bei der Entstehung unseres Planetensystems vor gut vier Milliarden Jahren übrig geblieben sind. Sie haben nur die Ausmaße einer Kleinstadt: Die meisten eisigen Brocken sind nur etwa zwei bis vier Kilometer groß. Nach gängiger Theorie befinden sich in der Oortschen Wolke in bitterer Kälte weit jenseits der Bahn des Neptun Myriaden von Kometenkernen. Ab und an wird ein Komet aus seiner Bahn gelenkt und läuft ins innere Sonnensystem. Dann kurvt er einmal um die Sonne und entschwindet wieder in den Tiefen des Alls. Gelangt der Komet dabei aber zu dicht an den Riesenplaneten Jupiter, so kann dieser ihn mit seiner Anziehungskraft gleichsam einfangen. Dann läuft der Komet auf einer recht engen Bahn um die Sonne. Der Halleysche Komet kehrt alle 76 Jahre in die Nähe der Sonne zurück. Andere Kometen brauchen sogar nur wenige Jahre.
Die Gefahr einer Kollision mit der Erde ist heute extrem gering. In der Frühphase des Sonnensystems war das anders: Vermutlich kreuzten damals viel mehr Kometen die Erdbahn. Viele müssen auf die Erde gestürzt sein. Da Kometen viel gefrorenes Wasser und auch organisches, also kohlenstoffhaltiges Material enthalten, waren diese Kollisionen mit der Erde keinesfalls katastrophal. Ganz im Gegenteil: Kometen könnten damals die Bausteine für das Leben auf die Erde gebracht haben.
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Dokumentinfo
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Quelle: Welt der Physik
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erstellt: 04.03.2009
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Autor: Dirk Lorenzen
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Redaktion: Jens Kube
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Lizenz: CC 2.0 by-nc-nd
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Artikel

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Kometensonde Rosetta
(URL: http://www.weltderphysik.de/de/241.php)

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