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Was sind die dunklen Flächen auf dem Mond?
Schon ein flüchtiger Blick zum Mond zeigt, dass der Begleiter der Erde nicht gleichmäßig grau ist. Es sind dunkle Flecken zu sehen, in denen manche Beobachter rund um Vollmond ein Gesicht ausmachen oder ein hoppelndes Kaninchen. Galileo Galilei, der im Jahre 1609 als einer der ersten mit einem Teleskop den Mond beobachtet hat, und seine Zeitgenossen sahen in den dunklen Flecken Meere. Die helleren Gebiete des Mondes sollten dagegen trockene Landmassen sein. Zwar sprechen die Astronomen heute noch von den Mondmeeren (lateinisch Maria), aber inzwischen ist längst klar, dass der Mond buchstäblich staubtrocken ist: Die vermeintlichen Meere des Mondes sind große Becken, die in der Frühzeit des Mondes von hervorquellenden Lavamassen bedeckt wurden.
Halbmond mit dunklen Flecken: Aufnahme der ESA-Sonde Rosetta
Heute ist der Mond dick mit Staub bedeckt und vollkommen erstarrt. Aber unser himmlischer Begleiter blickt durchaus auf eine bewegte Vergangenheit zurück. In den ersten paar hundert Millionen Jahren seiner Existenz war der Mond - wie auch die Erde - einem starken Bombardement ausgesetzt. Ständig stürzten große Gesteinsbrocken oder gar ganze Asteroiden auf den Mond. Noch heute zeugen gewaltige Krater auf dem Mond von diesen Ereignissen.
Die größten Einschlagsbecken haben sich dann mit Lava gefüllt, die aus dem damals noch flüssigen Mondinneren nach oben gestiegen ist. Die dunklen Flecken auf dem Mond sind also das Ergebnis von Vulkanismus. Die Mondmeere sind vermutlich in einer Phase entstanden, die vor 3,9 Milliarden Jahre begonnen und etwa 800 Millionen Jahre angedauert hat. Der größte Beschuss mit Brocken aus dem All war damals bereits vorbei. Daher gibt es in den Mondmeeren nur vergleichsweise wenige Einschlagskrater.
Die Mondmeere liegen deutlich tiefer als die kraterübersäten Hochländer. Dass sie tatsächlich vulkanischen Ursprungs sind, belegen Bodenproben, die von den Apollomissionen zur Erde gebracht wurden. Forscher haben zudem erstarrte Fließspuren in den Mondmeeren entdeckt, die klar für eine vulkanische Geschichte sprechen. Unklar ist bis heute, wie genau die Lava aus dem Mondinneren nach außen gelangt ist. Auf dem Mond sind nur sehr wenige Vulkankrater zu erkennen. Vermutlich ist die Lava aus gewaltigen Spalten in der Mondoberfläche hervorgequollen, die sich bei der Entstehung der großen Becken gebildet haben.
Die dunklen Flecken auf dem Mond überdecken heute etwa 16 Prozent der Mondoberfläche. Praktisch alle dieser Meere liegen auf der erdzugewandten Mondhälfte. Die Meere weisen kaum Höhenunterschiede auf. Einzige Ausnahme sind die wenigen Einschlagskrater, die sich in ihnen befinden. Wie praktisch die gesamte Mondoberfläche, sind auch die Mondmeere von einer mehrere Meter dicken Schicht aus pulverisiertem Gestein bedeckt.
Schon die ersten Mondbeobachter haben den Meeren klangvolle Namen gegeben: Da gibt es u.a. die Meere der Heiterkeit, des Nektars, der Krisen, der Wolken und der Fruchtbarkeit. Der bekannteste dunkle Fleck auf dem Mond - er ist Teil des rechten Auges den Mondgesichts - ist das Meer der Ruhe. Dort haben 1969 bei der Landung von Apollo 11 die beiden ersten Menschen den Mond betreten.
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Dokumentinfo
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Quelle: Welt der Physik
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erstellt: 16.02.2009
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Autor: Dirk Lorenzen
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Lizenz: CC 2.0 by-nc-nd
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Artikel

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Raumsonde Rosetta
(URL: http://www.weltderphysik.de/de/241.php)

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