Stimulierte Emission beim Licht- und beim Atomlaser

Atomlaser

Oben: Der Lichtlaser nutzt das Prinzip der stimulierten Emission. Strahlt man passendes (resonantes) Licht auf ein angeregtes Atom (oder Molekül) ein, so wird das Licht verstärkt. Das angeregte Atom kehrt in den Grundzustand zurück und gibt dabei ein Photon ab, welches sich in den Photonenstrom des eingestrahlten Lichtstrahls einreiht. Durch Rückführung des verstärkten Lichtstrahls mit Hilfe von Spiegeln (man bezeichnet den von Spiegeln umgebenen Raum als Resonator) schaukelt sich der Verstärkungsprozess auf und ein intensives monochromatisches Lichtfeld entsteht im Resonator. Es müssen ständig angeregte Atome bereitgestellt werden, um den Prozess aufrecht zu erhalten. Ist einer der Spiegel ein wenig durchlässig, so kann dort ein kohärenter Lichtstrahl aus dem Resonator austreten, der Laserstrahl.

Unten: Eine mögliche Variante eines Materiewellen-Lasers beruht auf einem lichtgesteuerten stimulierten Verstärkungsprozess für Materie. Dabei wird ein Strahl von Atomen in einem angeregten, aber langlebigen elektronischen Niveau präpariert und durch eine Atomfalle (Ellipse) geschickt, welche nur Atome im elektronischen Grundzustand festhält. Mittels Einstrahlung von Laserlicht (gelber Pfeil) werden die angeregten Atome bei ihrer Bewegung durch die Atomfalle in ein kurzlebiges Zwischenniveau gepumpt, von wo aus sie unter spontaner Abgabe von Photonen (blaue geschlängelte Pfeile) in den gefangenen elektronischen Grundzustand zerfallen. Aufgrund ihres bosonischen Charakters ordnen sich die neu hinzukommenden Atome perfekt in die Bewegung der schon in der Atomfalle vorhandenen Atome ein, sodass sich bei hinreichend großer Rate von Neuzugängen eine kohärente Materiewelle aufbaut, bei der sich alle Atome im Gleichschritt bewegen. Durch eine Öffnung in der Atomfalle lässt man eine kohärente Materiewelle entweichen. Die Hauptschwierigkeit besteht darin, dass bereits gefangene Atome durch Stoß mit einem angeregten Atom oder durch Aufnahme eines der spontan ausgesandten Photonen aus der Atomfalle heraus­ geworfen werden können. Diese Verluste können den Aufbau einer kohärenten Materiewelle verhindern. In der Sprache der Lasertechnik würde man sagen: Der Laser kommt nicht über die Schwelle.

In der oberen Hälfte der Grafik ist ein mit "angeregte Atome" beschrifteter, breiter blauer Pfeil zu sehen, der von oben nach unten weist. In dem Pfeil sind Atome als Kreise symbolisiert. Links und rechts von dem Pfeil befindet sich jeweils ein Hohlspiegel, die gekrümmten Flächen weisen nach innen auf den blauen Pfeil. Zwischen den Hohlspiegeln deutet eine nach innen schmaler werdende gelbe Fläche das gebündelte Licht an, vom rechten Spiegel tritt nach rechts ein breiter gelber Pfeil aus, der mit "Laserstrahl" beschriftet ist. Oberhalb des Lichts sind die Atome gelb, im Bereich des Lichts rot, darunter grün gefärbt. Ein mit "stimulierte Emission" beschrifteter Pfeil deutet auf den Bereich, in dem sich der breite blaue Pfeil und der gelbe Bereich überschneiden. In der unteren Hälfte der Grafik ist ebenfalls ein mit "angeregte Atome" beschrifteter, breiter blauer Pfeil zu sehen, der von oben nach unten weist. In dem Pfeil sind wiederum Atome als Kreise symbolisiert. Von links oben zeigt ein mit "Laserlicht" beschrifteter, breiter gelber Pfeil auf die Mitte des blauen Pfeils. Eine Ellipse umschließt den mittleren Bereich des blauen Pfeils, oberhalb dieser Ellipse sind die Atome gelb, in der Ellipse grün gefärbt. Von den grünen Atomen in der Ellipse gehen Wellenzüge mit Pfeilen aus. Einige Atome treten nach rechts aus der Ellipse aus, was durch einen kleinen Pfeil angedeutet ist. Die austretenden Atome sind mit "Atomlaser" beschriftet.

© Sabine Kuhls-Dawideit/Grafik Design/Welt der Physik (CC 2.0 by-nc-nd)

Dokumentinfo

  • Quelle: Welt der Physik

  • erstellt: 27.11.2008

  • Autor: Andreas Hemmerich, Institut für Laser-Physik, Universität Hamburg

  • Redaktion: Rainer Kayser

  • Lizenz: CC 2.0 by-nc-nd

Mehr dazu im Web

  • Links

    • Andreas Hemmerich

      Institut für Laser-Physik, Universität Hamburg (URL: http://www.physnet.uni-hamburg.de/ilp/hemmerich/en/hemmerich.html)

Andreas Hemmerich

  • Der Autor

    Andreas Hemmerich ist Professor für Experimentalphysik und Vizedirektor des Instituts für Laserphysik der Universität Hamburg.
 
25.09.2010
Tag der Energie
Countdown

Dieser Webauftritt "Welt der Physik" wird herausgegeben von der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

Die auf dieser Seite enthaltenen Bilder können Sie zusätzlich über die Großansicht ausdrucken.