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08.02.2008 | Welt des Lebens
Wie Wale lauschen
Wie Wale Schall wahrnehmen, wie bei ihnen Geräusche durch Ohren und Schädel in den Kopf vordringen, zeigen jetzt US-Forscher an Hand einer Computersimulation. Statt über den Unterkiefer der Tiere wandern die Vibrationen durch die Kehle bis zum Ohr.
San Diego (USA) - Mithilfe modernster Modelliertechniken und den Daten eines eingescannten Walschädels hatten die Forscher das Hören eines Cuvier-Schnabelwals nachgeahmt. Obwohl diese Art recht selten ist, gehörte sie doch des öfteren zu den weltweit gestrandeten Walen der vergangenen Jahre. Mit ihrem Ansatz wollen die Forscher künftig auch das Gehör anderer Walarten simulieren und hoffen, mehr über die Kommunikation der Tiere zu erfahren und den Spekulationen um menschgemachten Lärm im Meer wissenschaftliche Grundlagen zu geben.
"Ich denke, diese neu entwickelten Methoden können unser Verständnis revolutionieren, wie sich Lärm auf Meereslebewesen auswirkt", erklärt Ted Cranford, Professor für Evolutionäre Biologie an der San Diego State University. Bisher hatte man vermutet, dass die Schallwellen vor allem die dünnen Knochenwände der Wal-Unterkiefer vibrieren lassen und so zu den Fettschichten am Gehörkomplex gelangen. Cranford und Kollegen hingegen zeigten dank ihrer Simulation, dass die Knochenwände die Vibrationen nicht weiterleiten. Vielmehr gelangen diese über die Kehle in den Kopf und werden über eine Art Fettkanal zum komplexen Knochensystem des Ohres geleitet.
Cranford gründete seine Simulation auf Computertomografie-Daten, den ersten eines großen Wals, die er vor rund zehn Jahren eingescannt hatte. Sie lieferten die Details des hoch komplexen anatomischen Aufbaus eines Zahnwals. Das Team kombinierte dies mit Berechnungen der Finite-Elemente-Methode, die die einwirkenden Kräfte berechnet und auch im Ingenieurwesen zum Einsatz kommt, bei Erdbebensimulationen ebenso wie für Fahrzeug-Crash-Forschung. So konnten sie das Umfeld und das Innere eines Schnabelwal-Kopfes simulieren, während Sonarwellen auftreffen oder auch vom Tier ausgesandt werden.
Der Cuvier-Schnabelwal (Ziphius cavirostris), auch Gänseschnabelwal genannt, ist unter den Schnabelwalen die am weitesten verbreitete Art. Er ist allerdings so selten, dass er auf der Roten Liste gefährdeter Arten verzeichnet ist. Schnabelwale gehören zur Familie der Zahnwale, zu denen auch Pottwale, Schweinswale, aber auch Delfine zählen.
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Dokumentinfo
Quelle: Wissenschaft aktuell
erstellt: 08.02.2008
aktualisiert: 08.02.2008
von: Dörte Saße
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Schlangen hören Bodenschwingungen in Stereo
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Quelle

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Originalarbeit
"Acoustic pathways revealed: Simulated sound transmission and reception in Cuvier's beaked whale", T. W. Cranford et al., Bioinspiration and Biomimetics 3, 016001 (2008) (URL: http://www.iop.org/EJ/abstract/1748-3190/3/1/016001/)

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Forscherkontakt

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Ted W. Cranford
(URL: tcranfor@mail.sdsu.edu)

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Institut/Einrichtung

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San Diego State University
(URL: http://www.sdsu.edu/ )

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