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Der Internationale Linearcollider ILC
Das nächste große Zukunftsprojekt der Teilchenphysik ist der Internationale Linearcollider ILC - ein gewaltiger Linearbeschleuniger, in dem Elektronen und ihre Antiteilchen, die Positronen, mit Energien von 500 bis etwa 1000 Milliarden Elektronenvolt kollidieren.
Der Internationale Linearcollider ILC wird einmalige Chancen eröffnen, zentrale naturwissenschaftliche Fragen des 21. Jahrhunderts zur Natur von Materie, Energie, Raum und Zeit sowie zur dunklen Materie, dunklen Energie und Existenz von Extra-Dimensionen zu untersuchen.
Elektromagnetische Felder beschleunigen die Elektronen in einem supraleitenden Resonator. Die supraleitende Beschleunigertechnologie, die beim ILC verwendet werden soll, wurde von DESY und seinen internationalen Partnern - der "TESLA Technology Collaboration" - gemeinsam entwickelt und an der TESLA-Testanlage in Hamburg erfolgreich getestet.
Supraleitende Technologie
Der Internationale Linearcollider ILC soll als globales Projekt gebaut und betrieben werden. Weltweit gab es mehrere Vorschläge für eine solche "Weltmaschine", die sich durch die Wahl der Beschleunigertechnologie unterschieden. Nach intensiver Begutachtung durch eine Expertengruppe, das International Technology Recommendation Panel ITRP, entschied im August 2004 das International Committee for Future Accelerators ICFA - das Komitee, das die Teilchenphysik weltweit vertritt: Für den künftigen Linearcollider soll supraleitende Beschleunigertechnologie eingesetzt werden. Diese wurde vom Forschungszentrum DESY und seinen internationalen Partnern - der so genannten TESLA Technology Collaboration -gemeinsam entwickelt und an einer Testanlage in Hamburg erfolgreich getestet.
Die nächsten Schritte
Realisierung und Standort der neuen Forschungsanlage stehen noch nicht fest. Unabhängig vom späteren Standort arbeiten Teilchenphysiker von Beschleunigerzentren und Universitätsinstituten aus Amerika, Asien und Europa - darunter auch das Forschungszentrum DESY in Hamburg - im Rahmen der Global Design Initiative GDI derzeit gemeinsam an der technischen Planungsstudie für den künftigen Linearcollider.
Computersimulation des Zerfalls eines Higgs-Teilchens im Detektor: Der gängigen Theorie nach sollten die Elementarteilchen durch den so genannten Higgs-Mechanismus ihre Masse erhalten. Der Internationale Linearcollider ILC ist eine wahre "Fabrik" von Higgs-Teilchen und erlaubt Präzisionsmessungen, die es ermöglichen, die Rolle der Higgs-Teilchen in der Natur genau zu verstehen - oder eine alternative Erklärung für den Ursprung der Teilchenmassen zu finden.
Der Internationale Linearcollider ILC könnte im Jahr 2015 den Betrieb aufnehmen. Er wäre die ideale Ergänzung zu dem Large Hadron Collider LHC am CERN, der im Jahr 2007 in der Nähe von Genf in Betrieb gehen und Protonen beschleunigen soll.
Ein globales Netzwerk
Für den Bau und Betrieb des Internationalen Linearcolliders ILC wurde die Gründung einer internationalen Einrichtung vorgeschlagen: das Global Accelerator Network GAN, ein weltweites Netzwerk von bestehenden Beschleunigerzentren und anderen Forschungseinrichtungen, das Wissen, Kreativität und Ressourcen bündelt. Das im Kern eigenständige Gemeinschaftsprojekt wäre organisatorisch an die bestehende Infrastruktur des Gastlabors angebunden und soll zunächst zeitlich befristet auf 25 Jahre angelegt werden. Die beteiligten Zentren werden als Partner - entsprechend ihrer jeweiligen technologischen Kompetenzen - Teile des Linearcolliders in ihrem Land erstellen und liefern. Als Gesellschafter des Gemeinschaftsprojekts sind sie für den Bau und Betrieb der Anlage mitverantwortlich.
Unabhängige Partner
Die Partnerinstitute haben die Möglichkeit, zu Hause ihre eigenen Schwerpunktprojekte fortzuführen und gleichzeitig in ein internationales Projekt eingebunden zu sein. Aus diesem Grund schlägt das GAN-Konzept auch vor, in den zentralen Partnerinstituten gleichartige Kontrollzentren zu errichten, mit denen der Beschleuniger ferngesteuert betrieben werden kann - gegebenenfalls also von allen Kontinenten aus. Dieselbe Organisationsform bietet sich auch an für den Bau und Betrieb des großen Detektors zur Messung der hochenergetischen Teilchenkollisionen.
Weltweit prüfen Experten diese GAN-Organisationsform für den Internationalen Linearcollider ILC - unabhängig davon, auf welchem Kontinent er realisiert wird.
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