Chaos und Ordnung

Welt des Komplexen

Wieso ist es für uns Menschen immer leichter, Dinge auseinander zu nehmen, als sie wieder zusammenzusetzen? Aber wieso bilden sich in der Natur komplexe Strukturen wie Bäume, Ökosysteme, Galaxienhaufen und Gesellschaften von alleine? Thermodynamik, Statistische Physik sowie Chaos- und Komplexitätstheorie versuchen, Antworten zu liefern.

[Computergrafik] Die Mandelbrotmenge
Zoom für Bild Das fraktale Apfelmännchen
Bildbeschreibung:

Das Apfelmännchen ist ein Symbol dafür, wie aus einfachen Gesetzen komplexe Strukuren entstehen können. Die Figur ist Teil der grafischen Abbildung einer so genannten Mandelbrot-Menge. Dabei handelt es sich um eine Menge von Zahlen, die sich aus einer einfachen Regel ergeben. Visualiert man diese Menge mit Hilfe eines Computers, so lassen sich Strukturen erkennen, die ähnlich aussehen wie Detailvergrößerungen ihrer selbst. Der Mathematiker Benoit Mandelbrot prägte für diese Eigenschaft den Namen "fraktal".

Mathematische Details: Die Mandebrot-Menge beinhaltet alle komplexen Zahlen c, für die die Folge zn+1 := zn2 + c (mit z0 = 0) nicht unendlich wird.

Wissenschaft lässt sich auf wenige grundlegende Fragen reduzieren: Wie ist unsere Welt strukturiert? Gibt es Alternativen? Wie war sie früher und wie wird sie in Zukunft sein? In allen wissenschaftlichen Disziplinen - und insbesondere in der Physik - geht es um die Untersuchung der Struktur unserer Welt und ihrer Entwicklung in der Zeit.

Bei einem Wasserstoffatom ist das alles noch ganz einfach. Hier umkreist ein einzelnes Elektron ein einzelnes Proton, alles unterliegt dabei den exakt bekannten Gesetzen der Quantentheorie und lässt sich auf jede Menge Nachkommastellen genau berechnen. Doch die Welt um uns herum ist nicht so einfach wie ein Wasserstoffatom. Hier wechselwirken viele Bestandteile auf ganz unterschiedliche - meist nicht genau bekannte - Weisen miteinander. Die Sache wird komplex: Im Zusammenspiel bekannter Akteure bilden sich plötzlich völlig neue Phänomene wie Sternensysteme, Lebewesen, das Wetter und unsere Gesellschaft.

Wie solche Strukturen entstehen, wieso so und nicht anders, ist noch längst nicht verstanden. Selbst Hochleistungsrechner beißen sich an der Bestimmung der zeitlichen Entwicklung komplexer Systeme die Zähne aus. Dennoch machen Forscher das Unberechenbare mit Konzepten wie Chaos, Selbstorganisation und kritischen Phänomene immer berechenbarer und verstehen immer besser, wo unsere Grenzen in der Vorhersage liegen.

  • THEMEN: Chaos und Ordnung

    Wenn Systeme - wie etwa die Atmosphäre beim Wetter - so empfindlich von Veränderungen abhängen, dass langfristige Vorhersagen unmöglich werden, spricht man von chaotischem Verhalten. Unsere Welt ist voller Chaos. Und dennoch bildet sich Ordnung oft von selbst - selbstorganisiert. [mehr...] (URL: http://www.weltderphysik.de/de/3689.php)

    • Dank kausaler Beziehungen von Ursachen und Wirkungen können wir Vorhersagen über die Zukunft machen. Doch nicht erst die jüngsten Entwicklungen in der Physik zeigen, dass unsere Fähigkeiten hier begrenzt sind.  
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    • Ob Wolken, Wellen, Sandrippel oder komplexe chemische Reaktionen – unsere Welt ist voller Muster. Eine genaue mathematische Beschreibung ist dabei meist der erste Schritt zu einem besseren Verständnis, wie es zu den Regelmäßigkeiten kommt.  
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    • Selbstorganisation und Strukturbildung sind charakteristische Eigenschaften von Vielteilchensystemen; sie ergeben sich aus dem Zusammenwirken einer ungeheuer großen Zahl von Atomen oder Molekülen. Die dabei waltenden Ordnungsprinzipien und Naturgesetze sind erst in den letzten Jahrzehnten erkannt und zumindest teilweise verstanden worden. 
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    • Beim deterministischen Chaos wird das Verhalten von Systemen unvorhersagbar, obwohl es durch bekannte Bewegungsabläufe vorherbestimmt (= determiniert) wird. Denn kleine Anfangsstörungen verstärken sich hier mit Laufe der Zeit. 
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    • Fraktal heißen Objekte, bei denen das Ganze seinen Bestandteilen ähnelt. Das ist bei Bäumen der Fall, bei Kristallen, langen Polymermolekülen, aber auch Ansammlungen von Galaxienhaufen.  
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    • Ob bei Flüssigkeiten, Supraleitern oder Magneten - in vielen Systemen gibt es so genannte kritische Temperaturen, unterhalb derer sich neue Strukturen bilden. Die Natur lässt sich dabei jedoch nur mit nobelpreiswürdiger Mathematik in die Karten schauen. 
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    • Wenn es tropft, müssen auch mathematische Physiker tief in die theoretische Werkzeugkiste greifen: Die Idee der Selbstähnlichkeit hilft dabei, das Abschnüren von Tropfen vorherzusagen. 
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  • METHODEN: Simulation auf dem Rechner

    Wenn es darum geht, komplexe Systeme zu untersuchen, bei denen viele Bestandteile miteinander wechselwirken, ist der Computer aus der Forschung nicht mehr wegzudenken. [mehr...] (URL: http://www.weltderphysik.de/de/3911.php)

    • Damals war alles einfacher und auch wieder nicht: So waren die ersten Tagen des Computereinsatzes in der Forschung noch von kaputten Röhren und defekten Speichern geprägt. Lesen Sie die Anfänge aus erster Hand eines Pioniers! 
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    • Die Max-Planck-Gesellschaft ist Heimat zahlreicher Großrechner in Deutschland. Deren Rechenleistung wurde im Laufe der Zeit immer größer. 
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    • Mit ihrem Supercomputer gehen Forscher am Hamburger Max-Planck-Institut für Meteorologie daran, das "System Erde" nachzubauen. In ihrem Modell wollen sie sämtliche physikalischen und biogeochemischen Prozesse in der Atmosphäre, im Ozean, in der kontinentalen Biosphäre und in den Eismassen berücksichtigen. 
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  • ALLTAGSPHÄNOMENE

    Finden Sie hier "Physik hinter den Dingen"-Artikel aus der Welt des Komplexen. Diese Artikel beantworten Fragen zu Aspekten aus der Physik hinter Alltagsphänomenen. [mehr...] (URL: http://www.weltderphysik.de/de/4514.php)

    • Globale Epedemien - Pandemien - werden erst durch die Reisemuster der modernen Menschen möglich. Zwar reisen die meisten von uns nur kurze Strecken, doch die wenigen, die weit reisen, können Krankheitserreger in kürzester Zeit weltweit verteilen. 
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    • Fußbälle können sich entlang einer gekrümmten Bahn bewegen, wenn sie nur richtig angeschnitten werden. Dahinter steckt der Magnus-Effekt und jede Menge Physik. 
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Dokumentinfo

 

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