Der verschwindende Widerstand

Beim Übergang vom Metall zum Supraleiter entsteht ein quantenmechanischer Zustand, der über das gesamte Metall ausgedehnt ist. Für die normalen Supraleiter ist dieser Zustand sehr gut bekannt. Er wurde 1957 von den amerikanischen Physikern John Bardeen, Leon Cooper und Robert Schrieffer entdeckt (Nobelpreis 1972).

Zoom für Bild Elektrischer Widerstand des Supraleiters Yttriumkuprat
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Der elektrische Widerstand von Yttriumkuprat. Unterhalb der Sprungtemperatur von 90 Kelvin verschwindet der Widerstand. (K. F. Renk, Universität Regensburg)

In diesem BCS-Zustand sind die zahllosen Elektronen des Metalls aufgrund ihrer Quantennatur so stark aufeinander abgestimmt, dass sie bei einer äußeren Störung alle in gleicher Weise reagieren. Der mikroskopische Mechanismus, der dies bewirkt, ist eine anziehende Wechselwirkung zwischen den sich normalerweise abstoßenden Elektronen, die auf eine Ankopplung der Elektronen an die Schwingungen der Atome des Metallgitters zurückzuführen ist.

Aufgrund dieser "Elektron-Phonon-Kopplung" bilden sich Cooper-Paare, d. h. Paare von Elektronen mit entgegengesetztem Spin. Die Cooper-Paare befinden sich alle in ein und demselben makroskopischen Quantenzustand: dem supraleitenden Zustand. Nur indem die Cooper-Paare aufbrechen, können die Elektronen den supraleitenden Zustand verlassen. Doch dazu ist ein endlich großer Energiebetrag nötig, der bei niedrigen Temperaturen nicht zur Verfügung steht. Deshalb können sich die Elektronen völlig ungestört im Supraleiter bewegen und deshalb leitet der supraleitende Zustand den elektrischen Strom widerstandsfrei und damit völlig ohne Wärmeverluste (s. Abb. 2). Oberhalb der Sprungtemperatur hingegen können die einzelnen Elektronen durch Zusammenstöße mit den thermisch bewegten Atomen ihre Energie in beliebig kleinen Portionen abgeben. Sie werden abgebremst und es macht sich ein elektrischer Widerstand bemerkbar.

Zoom für Bild Kristallstruktur von Thalliumkuprat
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Kristallstruktur von Thalliumkuprat. Auf die atomaren Kupferoxidschichten (CuO2) gehen die elektrischen Eigenschaften der Hochtemperatursupraleiter zurück. (K. F. Renk, Universität Regensburg)

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