Kernphysik in Deutschland

Die Hadronen- und Kernphysik wird in Deutschland von etwa 150 Professoren an über 20 Universitäten vertreten. Den Forschern stehen elf Beschleunigeranlagen zur Verfügung.

Deutschlandkarte mit Beschleunigeranlagen, Universitäten und außeruniversitären Forschungszentren
Zoom für Bild Kernphysik in Deutschland
Bildbeschreibung:
Die Deutschlandkarte zeigt Beschleunigeranlagen, Universitäten und außeruniversitäre Forschungszentren mit dem Schwerpunkt Hadronen- und Kernphysik.

In Deutschland sind gegenwärtig etwa 1700 Wissenschaftler in der Hadronen- und Kernphysik aktiv. Das Gebiet wird von etwa 150 Professoren an über 20 Universitäten vertreten - in Berlin, Bielefeld, Bochum, Bonn, Darmstadt, Dresden, Erlangen, Frankfurt, Freiburg, Gießen, Göttingen, Hamburg, Hannover, Heidelberg, Köln, Mainz, München, Münster, Regensburg, Rostock, Siegen, Stuttgart und Wuppertal.

Außerdem verfolgen sechs außeruniversitäre Forschungseinrichtungen die Hadronen- und Kernphysik als Hauptforschungsgebiet oder als ein Schwerpunktprogramm - das Deutsche Elektronen Synchrotron (DESY) in Hamburg, die Gesellschaft für Schwerionenforschung (GSI) in Darmstadt, das Forschungszentrum Jülich (FZJ), das Forschungszentrum Karlsruhe (FZK), das Max Planck-Institut für Kernphysik in Heidelberg und das Forschungszentrum Rossendorf (FZR).

An einigen Universitäten, vor allem aber an den großen nationalen Forschungszentren, existieren hervorragende, zum Teil einzigartige Beschleuniger- und Experimentiereinrichtungen. Diese werden von der internationalen Forschergemeinschaft gemeinsam genutzt. Darüber hinaus engagieren sich die deutschen Hadronen- und Kernphysiker in einer Reihe von internationalen Großexperimenten, beispielsweise am CERN. Die hervorragende Ausstattung mit Beschleunigeranlagen und Experimentiergeräten hat den Grundstein für die führende Rolle Deutschlands in der Hadronen- und Kernphysik gelegt. Zugleich ermöglicht sie eine an modernster Forschung und technologischer Entwicklung orientierte Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses.

Der überwiegende Teil der Forschungsarbeiten, insbesondere an den Beschleunigerzentren und den Großexperimenten, wird in Zusammenarbeit mit Partnern aus Europa und dem Rest der Welt durchgeführt. Auf diese Weise gibt es in der Hadronen- und Kernphysik Zusammenarbeiten mit Hochschulen und Forschungsinstituten aus über dreißig Ländern.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ist gemeinsam mit den zuständigen Länderministerien der finanzielle Träger der Hadronen- und Kernphysik. Gemeinsam mit den Ländern finanziert das BMBF insbesondere die Großbeschleuniger und -experimente mit ihren in vielen Aspekten einmaligen Experimentiermöglichkeiten. Darüber hinaus werden über die Verbundforschung des BMBF und die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) in erheblichem Umfang Projektmittel an wissenschaftliche Arbeitsgruppen sowie Fördermittel für universitäre Forschungsanlagen vergeben.

Beschleunigeranlagen in Deutschland

COSY, Jülich: COoler SYnchrotron
Polarisierte, gekühlte Protonen- und Deuteronen-Strahlen
http://www.fz-juelich.de/ikp/cosy/de/index.shtml

ELSA, Bonn: ELektronen-Stretcher Anlage
Polarisierte Elektronen- und Photonen-Strahlen
http://www-elsa.physik.uni-bonn.de/

GSI, Darmstadt:
UNILAC: UNIversal Linear ACcelerator
SIS: Schwerionen-Synchrotron
ESR: Experiment-Speicherring
Gekühlte Ionenstrahlen aller Elemente bis zum Uran, radioaktive Sekundärstrahlen, Pionen-Strahl
http://www.gsi.de/

MAMI: MAinz MIkrotron
Polarisierte Elektronen- und Photonen-Strahlen
http://www.kph.uni-mainz.de/

S-DALINAC: Superconducting DArmstadt
Linear ACcelerator
Elektronen- und Photonen-Strahlen
http://linac.ikp.physik.tu-darmstadt.de/

Dynamitron Universität Bochum:
http://www.dtl.ruhr-uni-bochum.de/

Dynamitron Universität Stuttgart:
http://www.ifs.physik.uni-stuttgart.de/

FZ Rossendorf:
http://www.fz-rossendorf.de/ELBE/  

Tandem Universität Köln:
http://www.ikp.uni-koeln.de/~3T/tandem.html  

Tandem Universität München:
http://www.bl.physik.tu-muenchen.de/

Großexperimente in internationalen Kollaborationen:

ALICE (CERN LHC):
A Large Ion Collider Experiment
Stark wechselwirkende Materie
(Quark-Gluon-Plasma)
http://alice.web.cern.ch/

COMPASS (CERN SPS):
COmmon Muon and Proton Apparatus for Structure and Spectroscopy
Hadronenstruktur und -spektroskopie
http://wwwcompass.cern.ch/

HERMES (DESY):
HERa MEasurement of Spin dependent structure functions
Spinstruktur des Nukleons
http://www-hermes.desy.de/

REX-ISOLDE (CERN):
Radioactive Beam EXperiment
Radioaktive Strahlen
http://rextrap.home.cern.ch/rextrap/

BABAR (SLAC, Stanford):
Hadronenstruktur und Tests fundamentaler Symmetrien
http://www.slac.stanford.edu/BFROOT/

ILL (Grenoble):
Institut Laue-Langevin
Hadronen- und Kernphysik mit und an Neutronen-Strahlen
http://www.ill.fr/

Dokumentinfo